Dormagen: Tim Snider trat im "Pink" auf

Konzert im „Pink“ in Dormagen : Musiker und Geschichten-Erzähler

Gute Konzerte ist man mittlerweile im „Pink“ am Höhenberg gewöhnt. Aber das am vergangenen Freitag war trotzdem etwas Besonderes. Mit Tim Snider holte Jorgos Flambouraris einen internationalen Topact in seine Location.

Am Abend zuvor trat der Kalifornier in Luxemburg auf. Es folgen noch Konzerte in Berlin, Stuttgart und Wien. Und mit seiner Band „Nahko and medicine for the People“ steht er auf der Bühne vor bis zu 15.000 Zuschauern. So viele sind es in Dormagen nicht geworden. Rund 30 Besucher waren gekommen. Eine Atmosphäre wie bei einem Wohnzimmerkonzert. „Ich habe nicht mit mehr gerechnet, hätte es aber auch nur für zehn Leute organisiert“, so Flambouraris.

Snider überzeugt mit seiner Liveperformance. Im „Pink“ steht er allein auf der Bühne, doch vereint er eine Band in sich. Geige, Gitarre und Gesang, alles spielt er gleichzeitig. Möglich macht dies „live looping“. Snider spielt einen Part, nimmt ihn dabei auf und kann diesen dann abspielen, während er zum anderen Instrument greift. Einmal vergisst er einen Gitarrenpart zu spielen, weist grinsend auf seinen Fehler hin – das ist eben live. Der Musiker überzeugt nicht nur mit seiner rauchigen Stimme und Songs wie „Hurricane“ oder „The travelling man“ die Zuhörer, die sogar aus Essen und Mülheim nach Dormagen gekommen waren. Auch mit den kurzen Geschichten zu einzelnen Songs zieht er das Publikum in seinen Bann. Dabei ist es deutlich ruhiger als bei anderen Konzerten im „Pink“, eben, weil jeder gespannt zuhört.

Ein geübtes Kritikerohr würde eventuell einen Unterschied heraushören, doch für den Zuhörer drängt sich tatsächlich der Vergleich zu Stargeiger David Garrett auf. „Ich werde Tim nachher noch fragen, ob er kommendes Jahr noch einmal mit seiner Band wiederkommen mag“, sagt Jorgos Flambouraris, selbst ganz angetan von der Darbietung Sniders.

(cgl)
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