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"Phone One" überzeugte bei Konzert im "Pink", doch nur wenige hörten zu.

„Move On“-Tour macht Station in Dormagen : Starke Band vor bescheidener Kulisse im „Pink“

„Phone One" überzeugte beim Konzert mit Rockklassikern, doch nur wenige hörten zu.

Es gibt das Vorurteil, dass Menschen aus dem Norden eher ruhig und verschlossen sind. Dass es auch anders sein kann, bewiesen am Freitag die vier Jungs von „Phono One“, als sie während ihrer „Move On“-Tour in der Eventlocation „Pink“ Station machten. Die auf Rügen gegründete Band überzeugte nicht nur mit guter Musik, sondern auch mit humorvollen Ansagen.

Eine Classicrock-Coverband war auf den Plakaten für den Abend angekündigt worden. Und so lieferte die Band auch harten Rock aus den 60er und 70er Jahren, der aber von ruhigeren, fast bluesartigen Passagen unterbrochen wurde. Die Songs, die die Band aus ihrem Repertoire gezogen hatte, kennt fast jeder. So spielte sie beispielsweise das oft gecoverte „Come together“, im Original von den „Beatles“. Ergänzt wurden die Klassiker von eigenen Songs der Band. Diese überzeugen ebenfalls durch den alten Rockflair dieser Jahrzehnte, ohne gezwungen oder angestaubt zu wirken. Ein paar Gitarrensoli inklusive.

Steffen Dißmann agiert als Sänger und Gitarrist, Christian Kowalewski bedient die Orgel, Fiete Blümel schlägt die Trommeln und Joshua Görner zupft die vier Stahlsaiten auf dem Brett. Die Harmonie zwischen ihnen war spürbar. Mit viel Selbsthumor nahm die Band sich auch selbst auf die Schippe, wenn sie beispielsweise davon erzählte, dass „auf den Nordseeinseln alles etwas später ankommt. Deswegen spielen wir für uns keine Rockklassiker, sondern aktuelle Charts“.Im Gepäck hatte die Band ihre aktuelle CD „Move On“ und ein passenden Shirt; beides wurde zu zivilen Preisen verkauft.

Leider hatten nur rund 15 Leute den Weg ins Pink gefunden, als um 21 Uhr die Band auf die Bühne ging. Im Laufe des Abends kamen auch nur wenige hinzu. Die waren aber alle interessierte Zuhörer. Pink-Chef Jorgos Flambouraris hatte nach verhaltenem Vorverkauf schon damit gerechnet, dass der Besuch bescheiden sein würde. „Auch da muss man mal durch“, meinte er.

Pink-Urgestein und Stammgast „Wölli“ war jedenfalls zwiegespalten. „Die Band ist klasse, die Jungs sind super. Es ist aber die Frage, ob es das Richtige für einen Freitagabend in Dormagen ist.“ Andererseits gab es bereits Freitagabendkonzerte die gut angenommen worden waren.

Eventuell liegt die schwache Resonanz auch daran, dass am Samstag ein zweites, kostenloses Konzert im Pink stattfand, als die Band „June Eisklar“ ihren 18. Geburtstag dort feierte. „Rund 100 Leute werden morgen hier sein“, prognostizierte Flambouraris am Freitag.