Boogie-Woogie-Nacht in der Kulturhalle Dormagen

Tanzen in der Kulturhalle Dormagen : Fetzige Musik lockt auf die Tanzfläche

Zur „Swingin´-Boogie-Woogie-Nacht“ des Radio- und Phonomuseums kamen auch Gäste aus dem Ruhrgebiet und Aachen nach Dormagen. Der Erlös aus dem Getränkeverkauf kommt der Bürgerstiftung Dormagen zugute.

War man in einer großen Fernsehkulisse gelandet oder etwa in der Zeit zurück gereist? Überall waren drapierte Frisuren, Blümchenkleider, Petticoats und glitzernder Schmuck zu sehen. Und beinahe jede Dame hatte leuchtend rote Lippen, und auf der Tanzfläche flog und drehte sich jeder Rock. Grund: die Swingin´-Boogie-Woogie-Nacht. Organisiert von Volkmar Hess, vom Internationalen Radio- und Phonomuseum, in, wie er sie nennt, Dormagens bester Ausgehstube, der Kulturhalle. Es ist eine der seltenen Abende, die er nicht kostenfrei anbietet.

So wie die Bewegung, deren Anhänger nach Dormagen reisten, versuchte auch die Veranstaltung den fünfziger Jahren in allen Belangen gerecht zu werden. Mit Jörg Hegemann kam einer der besten Boogie-Woogie-Pianisten Deutschlands nach Dormagen, der bekannt dafür ist, dass er nicht nur gut spielen, sondern auch diverse Anekdoten zum Besten geben kann. Kein Wunder also, dass die Besucher sogar aus dem Ruhrgebiet und dem Aachener Raum den Weg nach Dormagen fanden. Zusammen mit Dirk Engelmeyer (Schlagzeug und Gesang), Matthias Klüter (Kontrabass), sowie Rolf Marx (Gitarre) wusste Hegemann, wie der die Besucher auf die Tanzfläche locken konnte.

Das Pausenprogramm hatte Volkmar Hess dann selbst zusammengestellt. So wie man ihn kennt, begeisterte er in liebevoll, charmanter und witziger Art die Gäste mit seiner Schellackplatten-Sammlung. Im Kontrast zur Livemusik wirkte das Kratzen der Platte in dieser Kulisse ganz besonders.

Getanzt wurde direkt vor der Bühne. Und es wurde viel getanzt. Kaum jemand der gut besuchten Veranstaltung ließ sich nicht mindestens einmal auf die Tanzfläche locken, selbst die, die in ganz „normaler“ Kleidung gekommen waren, hielt es nicht lange auf den Stühlen. Und dann gab es natürlich noch die, die gar nicht erst von der Tanzfläche herunterkamen, um sich bei einem Getränk zu erholen. Andere wiederum nutzten diese Gelegenheit gerne und ausgiebig. Und das war gut so, denn bei der Boogie-Nacht wurde gleichzeitig für den guten Zweck getrunken, da der gesamte Erlös aus dem Getränkeverkauf der Bürgerstiftung Dormagen zugute kommen wird. Die meisten Gäste waren als Paare da, einige waren jedoch auch allein gekommen. So wie Jessica, Mitte 20. „Ich habe noch überlegt, ob ich nicht doch zu Hause bleiben sollte, aber dann wollte ich mir den Abend einfach nicht entgehen lassen, auch wenn ich aktuell keinen Tanzpartner habe. Aber es findet sich immer jemand, der zum Tanzen frei ist.“

Übereinstimmend positiv war die Meinung der Gäste über den unterhaltsamen Abend. Viele verbinden die Boogie-Musik mit Lebensfreude und Sorgenfreiheit. Die meisten gehen zu vielen dieser Angebote und kennen sich von Veranstaltungen in ganz Deutschland. Terminbedingt war es dieses Jahr die einzige Boogie-Veranstaltung in der „Kulle“. Aber Interessierte können immer nach dem abwechslungsreichen Programm im Radio und Phono-museum Ausschau halten.

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