Dormagen: Pendler müssen mit Ausfällen bei S11, RE6 und RE7 rechnen

ÖPNV in Dormagen : Chaostage für Pendler

In den kommenden Wochen wird in Düsseldorf und Köln gebaut. Pendler müssen sich ab heute bei S11, RE6 und RE7 auf Verspätungen und Ausfälle einstellen. Der Busverkehr ist nicht betroffen – dort gibt es andere Probleme.

Morgens zehn Uhr am Dormagener Bahnhof. In ein paar Minuten startet im Büro die Konferenz, aber kein Stress jetzt. Erstmal einen Becher Kaffee holen und eine Runde um den Bahnhofsplatz spazieren. Heute wird es wieder später, denn der Bus ins Büro, die Linie 886, kommt etwa 10 Minuten zu spät. Pech gehabt. Am Bussteig steht etwa ein Dutzend Menschen, viele davon im Rentenalter, sie wollen vielleicht einkaufen, zum Arzt oder einfach den Tag genießen. Jetzt warten sie. Bei fünf Grad.

Pendler, die den ÖPNV nutzen, haben es in Dormagen ohnehin zeitweise schwer. Immer wieder fallen Verbindungen aus, Busse kommen zu spät, Strecken werden gesperrt. Und die kommenden Tage werden noch härter. Die Bahn erneuert vom 13. April an in Köln und Düsseldorf Strecken und Weichen. Die Bauarbeiten dauern mit Unterbrechung bis zum 9. Mai, viele Verbindungen von Zug und S-Bahn fallen aus oder werden umgeleitet. Konkret betrifft das die Linien S11, RE5 und RE6. Etwa 16.500 Arbeitnehmer pendeln jeden Tag von Dormagen aus, 10.000 dagegen kommen von Köln, Neuss, Düsseldorf und anderen Städten nach Dormagen. Viele davon nutzen Bus und Bahn und müssen jetzt auf das Auto umsteigen oder lange Wartezeiten in Kauf nehmen.

Vom 13. bis 24. April fallen die S11 und der RE6 zwischen Neuss und Düsseldorf komplett aus, es fährt ein Schienenersatzverkehr. Bis zum 8. Mai fährt die S11 auf dieser Strecke nur zwei mal stündlich, der RE6 wird umgeleitet und hält nicht mehr in Dormagen. Reisende nach Köln müssen auf den RE7 umsteigen. Aber auch hier wird es zu Einschränkungen kommen. In Köln wird der Brückenbalken der Hohenzollernbrücke erneuert, deshalb endet der RE7 vom 13. bis 28. April dort. Reisende, die weiter Richtung Münster wollen, müssen zwischen Köln und Opladen auf den RB48 ausweichen.

Dass es auch in der Dormagener City im selben Zeitraum zu Bauarbeiten kommt, ist bislang nicht abzusehen. Hier sollte es keine Probleme geben. In der Vergangenheit gab es aber immer wieder Erfahrungsberichte, die sich über Verspätungen beklagten. Wer das Google-Profil von Stadtbus Dormagen öffnet, findet überwiegend negative Rezensionen. So schreibt ein Nutzer: „Sehr oft zu spät am Dormagen hbf und Marktplatz Dormagen.“ Dem widerspricht Klaus Schmitz, Geschäftsführer der Stadtbus- und Verkehrsgesellschaft Dormagen. „Je nach Verkehrslage sind 95 bis 98 Prozent unserer Busse pünktlich“, sagt er. Ein Bus gilt bereits dann als unpünktlich, wenn er mehr als eine Minute zu spät ist. Schmitz verweist darauf, dass man als ÖPNV-Unternehmen von der Verkehrslage getrieben ist. „Stau, Müllabfuhr, Unfälle – dagegen sind Sie machtlos“, sagt Schmitz. Die Leute, die online kommentieren, seien nur die, die was zu meckern hätten.