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Dormagen: Der Mann für den guten Ton

Dormagen : Der Mann für den guten Ton

Benno Stinauer ist für die Licht- und Ton-Technik beim Theatersommer Knechtsteden zuständig. Der 65 Jahre alte Ückerather lässt die Kabarettisten und Schauspieler im richtigen Licht erscheinen. Dafür klettert er auch auf Leitern.

Hufgetrappel, Gewitter mit Donnergrollen oder Vogelgezwitscher – das alles kann zu einem Theaterstück dazugehören und macht das Spiel der Akteure auf der Bühne erst komplett. Auch dafür hat Benno Stinauer ein "Händchen". Der 65 Jahre alte Ückerather ist Ton- und Licht-Techniker beim Knechtstedener Theatersommer, bei dem er jetzt in der elften Saison dafür sorgt, dass Schauspieler und Kabarettisten gut zu hören und zu sehen sind.

"Es macht Spaß, mit unterschiedlichen Künstlern zu arbeiten", erklärt der gebürtige Berliner, der seine Theaterleidenschaft schon zu Schulzeiten entdeckt hat. Bei einer Aufführung von "Der Flug zum Mars", musste er den spektakulären Start einer Weltraumrakete vertonen. Kein Problem für Stinauer: "Da wird ein Raketenstart auch schon mal mit dem Staubsauger simuliert", erinnert er sich. Denn vieles sei ganz einfach umzusetzen, allerdings müsse es so lange ausprobiert werden, bis es genau passe.

Beim Knechtstedener Theatersommer, der am Freitag mit einer Aufführung des Gohrer M&M-Theaters begonnen hat, ist Benno Stinauer nicht mehr wegzudenken. "Er übernimmt für uns die ganze Technik in der Theaterscheune", lobt Olaf Moll vom veranstaltenden Kulturbüro der Stadt Dormagen. Und das bedeutet, dass Stinauer Licht und Ton in der alten Scheune selbst einrichten kann. "Da kann ich alles so gestalten, wie es mir vorschwebt", erklärt der 65-Jährige, der Musik liebt. Das bevorzuge er gegenüber festinstallierten Technikanlagen wie in der "Kulle", auch wenn das bedeute, dass er bis zu 50 Mal auf Leitern klettern müsse, um die Scheinwerfer anzubringen. "Ich komme zwar mit allen Anlagen zurecht und versuche, aus allem das Beste herauszuholen, aber am liebsten richte ich das Licht selbst aus", erklärt Stinauer, der die Atmosphäre in der Theaterscheune für "einmalig" hält.

Weil sein Vater Kameramann bei der Wochenschau war, ist Benno Stinauer als Kind oft umgezogen, gelangte von Berlin über Frankfurt am Main nach Köln. Nach zehn Semestern Psychologie wechselte er zur Fachhochschule Köln, wo er Fotoingenieurswesen studierte, das auch viel mit Licht zu tun hat. Da seine Frau Renate Lehrerin in Zons war, zog die Familie, zu der zwei Söhne gehören, 1984 von Köln nach Ückerath, wo sie sich sehr wohl fühlt, auch nachdem die Söhne das Elternhaus verlassen haben. "Ich war einer der ersten Hausmänner", erzählt Stinauer lachend, dass er mit seinem 1978 geborenen Sohn oft "Hahn im Korb" unter vielen Müttern auf den Spielplätzen war. Seit 1991 gehört er zum Team des Galerie-Theaters Zons, für das er die Technik aufgebaut hat. Ein Dreivierteljahr probt die Gruppe für die Premiere jetzt am Freitag beim Theatersommer.

(NGZ)