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Dormagen: Krise bewältigt: Currenta geht es gut

Dormagen : Krise bewältigt: Currenta geht es gut

Chempark-Manager "Currenta" ist aus der Krise raus, die Firma (von Bayer und Lanxess) schreibt schwarze Zahlen. Jetzt fordern die Gewerkschafter und Betriebsräte die Rückkehr zu normalen Arbeitszeiten und Lohnverhältnissen.

Zur Sicherung und zum Zusammenhalt von über 2000 Arbeitsplätzen bei Currenta akzeptierten die Beschäftigten vor fünf Jahren längere Arbeitszeiten ohne Lohnausgleich und unterschiedliche Tariflöhne. "Dieser Schritt war ein Erfolgsmodell", sagt Betriebsratschef Jörg Feldmann. "Currenta und Tectrion geht es wirtschaftlich gut", bilanziert die IG BCE diese Woche in einer Mitarbeiterinformation. "Zurück zur Normalität", ist das Flugblatt überschrieben: "Wir wollen wieder den normalen Flächentarifvertrag mit der 37,5 Stunden-Woche", betont Betriebsrat Feldmann. Das sei erklärtes Ziel.

Bis November wollen Arbeitgeber und Gewerkschaften über eine Neupositionierung verhandeln. Die normalen Arbeitszeiten müssten für alle Geschäftsbereiche gelten, fordern die Vertrauensleute und Betriebsräte. Dies halten sie angesichts der "guten wirtschaftlichen Situation" bei Currenta und Tectrion für realistisch. "Es darf bei uns nicht weiter Beschäftigte erster und zweiter Klasse geben." Es soll aber zuvor "genauestens" die wirtschaftliche Situation der beiden Firmen und ihrer Geschäftsfelder überprüft werden, verspricht IG BCE-Landesbezirksleiter Reiner Hoffmann. Im Wettbewerb müsse Currenta attraktive Arbeitsbedingungen bieten — bei den Arbeitszeiten wie bei der Motivation. Gewerkschafter Hoffmann verweist dabei auf die Bayer Real Estate GmbH. Dort sei man wieder bei der 37,5-Stunden-Woche.

Betriebsrat Klaus Hebert-Okon von der Gruppe "Das Belegschaftsteam" hat weitaus größere Ansprüche an die Verhandlungen: Der Betriebsrat fordert eine Standortsicherungsvereinbarung für Currenta und Tectrion, wie es sie für Bayer auch gebe. Die gewünschte Laufzeit: bis Ende 2015. Diese Maximalforderung auf der Okon-Wunschliste soll allerdings nur gelten, wenn die Rückkehr zum normalen Flächen-Chemietarifvertrag nicht klappe.

Diese Forderung des "Belegschaftsteams" geht für Jörg Feldmann zu weit: "Es ist ungeschickt, noch während der Verhandlungen von einem Scheitern auszugehen."

Zu den Verhandlungen, die sich zum 1. Januar 2013 auswirken sollen, und zur wirtschaftlichen Unternehmenssituation wollte die Currenta-Geschäftsführung keine Stellung beziehen. Gültig sei für Currenta der 2007 geschlossene Tarifvertrag zwischen Unternehmen, IG BCE und Arbeitgeberverband, so Sprecher Benjamin Schütz. Zwischen 2008 und 2012 hat Currenta an den Standorten Dormagen, Leverkusen und Uerdingen rund eine Milliarde Euro investiert, sagte Currenta-Geschäftsführer Dr. Günter Hilken noch vor wenigen Tagen.

Dies sei ein gutes Zeichen für Currenta und die 70 im Chempark produzierenden Unternehmen.

(NGZ)