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Dinslaken: Lebensfreude in einem armen Land

Dinslaken : Lebensfreude in einem armen Land

Die 24-jährige Eva Romswinkel aus Voerde wird gemeinsam mit Caroline Brunner Freiwilligenarbeit in einem Hospital auf dem Inselstaat Madagaskar leisten. Über ihre Erlebnisse und Eindrücke schreibt die Voerderin für die Rheinische Post.

Madagaskar/Voerde Nach dreitägiger Reise waren Caroline Brunner und ich in Antananarivo angekommen. Die Hauptstadt Madagaskars zeigt viel Armut, verfallene Häuser, keine Ampeln, kaputte Straßen und viele Autos, die niemals in Deutschland den TÜV überstehen würden. Dementsprechend versinkt die Stadt in Smog, und die auch die Hitze ist gewöhnungsbedürftig. Die Madagassen, deren Kleidung und Schuhe (sofern vorhanden) größtenteils kaputt und dreckig sind, verkaufen an ihren Ständen von A bis Z einfach alles. Absolut kurios sind die Stände, an denen man Eckteile von Abflussrohren kaufen kann, wobei Abflussrohre hier nicht viel genutzt werden. Auch viel frisches Fleisch und Fisch kann man kaufen, wobei die Frische fragwürdig ist, da das Fleisch und der Fisch in der Sonne liegen und mit Fliegen besetzt ist. Aber das Leben ist heiter und alle Menschen sind sehr beschäftigt. Dazu spricht jeder mit jedem und alle helfen sich gegenseitig.

Glückliche Menschen

Uns ist aufgefallen, dass die Menschen hier eine unglaubliche Lebensfreude ausstrahlen und sehr glücklich zu sein scheinen. Die lästigen Taschendiebe abwehrend, entdeckten wir eine kleine Oase: Café de la Gare, ein Café/Restaurant von einem Franzosen geleitet, im europäischen Stil mit grünem Garten. Für kurze Zeit vergaßen wir den Trubel auf den Straßen und die Armut.

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Unsere Reise führte uns weiter in den Norden in die Stadt Diego-Suarez, wo wir nicht weit entfernt von der Stadt an einem wunderschönen Strand uns ein paar Tage aufhielten. Unser Bungalow stand unmittelbar neben den Wellblechhäusern der Dorfbewohner, sodass man nicht wegsehen konnte. Es war sehr interessant, deren Alltag und Leben hautnah mitzubekommen, das dem in Deutschland in keinster Weise entspricht. Deren ganzes Leben scheint draußen stattzufinden neben Hühner, Hunden und Ziegen: Gekocht und gewaschen wird vor der Haustür auf dem Boden, und eine kleine Ecke des Grundstücks dient als Toilette und Waschort. Fließendes Wasser ist hier eine Seltenheit und Elektrizität gibt es, wenn überhaupt, nur in den Abend- und Nachtstunden. Hier wurde uns die Bedeutung des Lebensmottos "mora mora" erst richtig bewusst, welches so viel bedeutet wie "langsam". Hier scheint alles in Zeitlupe zu geschehen, keiner scheint das Wort Stress zu kennen.

Wieder einmal erleben wir deren Lebensfreude, als mehrere Kleinkinder lachend auf unsere Arme gehoben werden wollen. Sie sind sehr dünn, dreckig und haben nicht viel Kleidung an, jedoch sind sie überglücklich, als wir sie nacheinander auf unsere Arme nehmen.

Ein Traumstrand

Nach unserem Aufenthalt an diesem Traumstrand gingen wir nach Anivorano, unser eigentliches Ziel, welches 1500 Einwohner hat und deren Leben sich hauptsächlich an einer Straßenkreuzung abspielt. Hier werden wir bei der Organisation Maventy Health International Freiwilligenarbeit in einem Unterernährungsprojekt für Kinder leisten. Aufgeregt und neugierig starten wir in dieses Projekt.

(RP)