1. NRW
  2. Städte
  3. Dinslaken

Dinslaken: Vereint mit Himmel und Erde

Dinslaken : Vereint mit Himmel und Erde

Shibashi ist kein asiatisches Essen. Es handelt sich um eine "gelebte Verbindung von christlicher Spiritualität und östlichen Bewegungs- und Meditationsformen". Barbara Lehner hat ein Buch über Shibashi geschrieben.

WALSUM Sonnenlicht durchflutet den Saal des Kardinal-von-Galen-Hauses, in dem sechs Menschen einen Kreis gebildet haben und sich in eine Welt der vollkommenen Entspannung und Vereinigung mit dem Hier und Jetzt entführen lassen. Aus dem Hintergrund ertönen leise Melodien, zu denen die Teilnehmer sich mit geschlossenen Augen harmonisch bewegen.

18 Übungen

"Shibashi" ist eine Meditationsform, in der es um Bewegungsbilder geht. Barbara Lehner, die die Bewegungen vorgibt, hat gemeinsam mit ihrer Kollegin Antoinette Brem kürzlich ein Buch zum Thema "Shibashi" geschrieben. "Shibashi ist anders als viele denken, kein asiatisches Gericht", sagt die studierte Theologin mit einem Lächeln. Insgesamt umfasst die Bewegungsmeditation 18 Übungen und stammt aus der chinesischen Heilkunst. "Shibashi ist ein Erfahrungsweg. Im alltäglichen Stress sind die Menschen immer schon mit den Gedanken dort, wo sie noch nicht sind. Mit Shibashi gönnt man sich einen Halt, bleibt stehen, sammelt sich und richtet sich neu aus", klärt Barbara Lehner auf.

  • MTV-Spieler Jens Baumgartner gewann seine Einzel
    Tischtennis : MTV Rheinwacht Dinslaken gewinnt das Spitzenduell
  • Ronald Schneider empfiehlt den neuen Roman
    Neu in der Stadtbibliothek Dinslaken : Ausbruch aus dem Archiv der Gefühle
  • Die Autobahn-Anschlussstelle Dinslaken-Süd, Fahrtrichtung Arnheim, ist
    Weitere Verzögerung : A 3-Freigabe Dinslaken-Süd erst November

Frauen- und Befreiungstheologie

"Ich interessierte mich für Frauen- und Befreiungstheologie und lernte so eine philippinische Ordensfrau kennen", berichtet Barbara Lehner. Diese unterrichtete die Meditationsart, von der Lehner von Anfang an begeistert war und daraufhin in ihrer Heimat, der Schweiz, Shibashi-Kurse belegte.

"Ich schrieb für ein Meditationszentrum einen Artikel zu diesem Thema und wurde daraufhin von einer Lektorin angeschrieben", erzählt die 43-Jährige weiter. Diese war so begeistert von ihrem Artikel, dass sie sie dazu aufforderte, ein Buch über Shibashi zu schreiben. "Insgesamt arbeiteten wir über ein Jahr lang an dem Buch. Der eigentliche Schreibprozess dauerte nur fünf bis sechs Wochen." Das Buch liefert viele Informationen über die Herkunft der Meditationsart und gibt Anleitungen zum Nachmachen.

Shibashi lädt dazu ein, die Jahreszeiten in Form von Bewegungen darzustellen. Sie beziehen sich auf die Lebensphasen eines Menschen: Der Frühling beispielsweise stellt die Geburt und Entfaltung dar. Wie eine aufgehende Knospe breitet man dazu langsam die Arme aus. "Körper, Geist, Himmel und Erde, alles was gegensätzlich erscheint, ist eins", spricht Lehner leise. Doch wie kommt diese seltene Bewegungsmeditation aus der Schweiz nach Duisburg-Walsum? Kirsten Germer, Pastoralreferentin des Sankt-Vinzenz-Hospitals, ist der Grund dafür. "Silvester 2004 feierte ich mit einigen Ordensschwestern. Als dann die guten Vorsätze für das nächste Jahr zur Sprache kamen, erzählte eine der Ordensfrauen von Shibashi und zeigte mir einige Bewegungen daraus", erzählt sie begeistert. Seither suchte sie den Kontakt zu Barbara Lehner, besuchte Kurse und gibt mittlerweile selbst Anfängerkurse.

Barbara Lehner möchte es nicht bei dem einen Buch belassen. Sie plant, ein Buch über Trauer und Trauerbegleitung zu schreiben.

(RP)