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Hünxe: Suche nach undichten Stellen

Hünxe : Suche nach undichten Stellen

Das aus der Bergehalde Lohberg-Nord-Erweiterung austretende Wasser verärgert nach wie vor einige Brömmenkampsiedler. Nach starken Regenfällen läuft es in Felder und Gärten. CDU-Politiker Dr. Heinrich Peters fordert den Regierungspräsidenten auf, unverzüglich Abhilfe zu schaffen.

Gefährlich sind die austretenden Wassermengen nicht. Das haben Untersuchungen der Unteren Wasserbehörde ergeben. Sie führen jedoch zu "Belästigungen und Schäden, die für die Eigentümer der Grundstücke unzumutbar sind", schreibt Dr. Heinrich Peters in einem Brief an den Regierungspräsidenten in Arnsberg. Nach der Versickerung und Abtrocknung komme es zu "einer unangenehmen Salzkruste". Rasen- und andere Gartenflächen würden dadurch strapaziert, ihre Nutzung stark eingeschränkt. Bei mehreren Ortsterminen unter Beteiligung der Unteren Wasserbehörde des Kreises Wesel, Vertretern der RAG und kommunalen Politikern sei dies deutlich geworden. "Es ist also zu vermuten, dass die Basisabdichtung der Halde defekt und die Funktion der Haldenrandgräben eingeschränkt ist", argumentiert Peters.

Zu wenig Information

Des Weiteren erklärt der Christdemokrat, der Mitglied des Hünxer Planungsausschusses und des Kreistages ist, dass nach dieser Begehung vereinbart worden sei, möglichst noch vor den im Herbst zu erwartenden stärkeren Niederschlägen etwas gegen die Wasseraustritte zu unternehmen. Der Kreis und die Gemeinde Hünxe als zu beteiligende Behörden hätten eine unbürokratische Bearbeitung zugesagt. Geschehen sei jedoch bislang nichts, schreibt Peters. Auch der Informationsfluss lasse zu wünschen übrig. Eine "seit längerem" angekündigte Unterrichtung des Planungs- und Bauausschusses habe nicht stattgefunden. Und das, obwohl die Zeit dränge. Soll doch die Halde aus der Bergaufsicht herausgenommen werden; die Evonik-Tochter Montan Immobilien sei dabei, einen Abschlussbetriebsplan zu erstellen.

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Helmut Feron, Anwohner der Straße Im kleinen Feld, sagt klar und deutlich, warum dies bei ihm die Alarmglocken schrillen lässt. Er fürchtet, dass der Haldenbetreiber sich aus der Verantwortung stiehlt. "Der Betreiber muss sicherstellen, dass die Basisabdichtung funktioniert. Durch die Salzkonzentration werden auch Bäume zerstört. Und wenn nicht schnell etwas unternommen wird, habe ich in absehbarer Zeit das Wasser bei mir im Garten stehen."

Feron, wie auch einige andere betroffene Bürger, sind mittlerweile derart verärgert, dass sie darüber nachdenken, eine Bürgerinitiative oder Interessengemeinschaft zu gründen, um ihre Rechte gegenüber den Verantwortlichen und den Behörden stärker geltend machen zu können. Auch dies teilt Dr. Heinrich Peters dem Regierungspräsidenten mit, merkt aber zugleich an, dass ein schnelles Handeln, sprich: "Sofortmaßnahmen", seitens der Behörde dies überflüssig machen würde.

"Wir handeln bereits"

Bei der Montan Immobilien stoßen Peters Forderungen auf Unverständnis. "Die Probleme sind uns bekannt. Wir handeln bereits", erklärte Ulrich Ostrawsky, zuständig für die Abwicklung des Abschlussbetriebsplan-Verfahrens, auf RP-Anfrage. "Die Ursachenforschung läuft." In einem ersten Schritt habe Montan Immobilien den Haldenrandgraben unter die Lupe genommen und teilweise gesäubert. Dabei sei festgestellt worden, dass es unterschiedlich abgedichtete Bereiche gibt. Woher das Wasser genau komme, wissen die Experten noch nicht. "Wir prüfen derzeit intensiv die Nachlaufeffekte." Vor der Halde sei es immer schon morastig gewesen, sagte Ostrawsky weiter. Das könne möglicherweise damit zu tun haben, dass die Halde wie ein großer Schwamm Wasser einlagere und dieses dann langsam wieder abgebe. Konkrete Ergebnisse werde man nicht eher vorlegen können, bis die geotechnische Bewertung vorliegt. Die will Montan Immobilien – wie alle anderen recherchierten Fakten auch – offen auf den Tisch legen. Das Angebot an die Gemeinde Hünxe, die Politik über alles zu unterrichten, steht. "Allerdings", sagt Ulrich Ostrawsky, "haben wir von der Gemeinde noch keine Einladung bekommen."

(RP)