Buchsbaumzünsler ist Schuld: Für Palmsonntag 2019 fehlen Buchsbaumzweige in NRW

Schmetterling ist schuld : Für Palmsonntag fehlen Buchsbaumzweige in NRW

Für den Palmsonntag fehlen in diesem Jahr vielerorts Buchsbaumzweige in NRW, weil der Buchsbaumzünsler den Großteil der Bestände dezimiert hat. Eine Kirchengemeinde in Wülfrath hat auf das Problem aufmerksam gemacht.

„So extrem ist es noch nie gewesen“, sagt die Pfarramtssekretärin von St. Maximin. Überall habe man schon nachgefragt, ob es noch Pflanzen gebe, die man haben könnte. „Selbst die Friedhofsgärtnerei hat nichts mehr“, sagt sie. Die Gemeindemitglieder werden deshalb erstmals gebeten, selbst Zweige für die Segnung mitzubringen.

Auch Kirchen in Hamm und Emmerich können in diesem Jahr keine eigenen Buchsbaumzweige stellen und bitten die Bevölkerung um Spenden aus ihren Gärten – insofern diese selbst noch nicht vom Schädling befallen sein sollten. Und auch in anderen Bundesländern wie Saarbrücken stehen Kirchen vor demselben Problem.

Der gefährliche Schädling, der einst aus Asien eingeschleppt wurde, breitet sich zunehmend in Nordrhein-Westfalen aus. Die Raupen des Buchbaumzünslers sorgen besonders in Parks und Gärten für Probleme. Der Zünsler frisst die grünen Pflanzen teilweise komplett kahl: Die Raupen des Kleinschmetterlings fressen Blätter und Rinde des Buchsbaums. Viele Gärtner erkennen den Befall erst, wenn es zu spät ist. Die Bekämpfung des Schädlings ist Experten zufolge extrem schwierig. Bereits im vergangenen Jahr fielen viele Pflanzen dem gefräßigen Zünsler zum Opfer.

Der Palmsonntag ist der erste Tag der Karwoche und erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem, bei dem ihm mit Palmblättern zugejubelt worden sein soll. Statt Palmen verwendet man im Rheinland Zweige des Buchsbaums. Alternativ kann man am Sonntag vor Ostern auch Zweige von Wacholder, Thuja, Eibe oder Stechpalme nehmen.

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