Rechte Gruppe "Steeler Jungs" läuft in Essener Karnevalsumzug mit

„Steeler Jungs“: Rechte Hooligans laufen in Essener Karnevalsumzug mit

Die rechte Gruppierung „Steeler Jungs“ hat sich am Sonntag in einen Karnevalsumzug im Essener Stadtteil Freisenbruch eingeschleust. Ein Video zeigt den provokanten Auftritt der als „Steeler Jecken“ angemeldeten Gruppe beim Umzug.

Ihr Auftreten im Karnevalsumzug des Essener Stadtteils Freisenbruch lässt wenig Zweifel aufkommen: „Schützt euch vor den Zecken. Helau... die Steeler Jecken“, steht auf dem Wagen der „Steeler Jecken“. Daneben ist eine Faust zu sehen, die eine Zecke - in der rechten Szene ein Schimpfwort für Anhänger der linken Szene und Andersdenkende - zerquetscht. Auf der Seite des Wagens ist in altdeutscher Schrift „Auf Kohle geboren mit Stahl in den Adern“ und „Meine Heimat, meine Liebe“ geschrieben. Die Männer auf dem Wagen tragen schwarze Helme, die - so die Interpretation vieler Nutzer im Internet - an Wehrmachtshelme erinnern.

Mit ihrer Aktion haben die „Steeler Jungs“ im Essener Karneval für viel Ärger gesorgt. In einem vom Lokalportal „freisenbrucher.de“ auf Youtube veröffentlichten Video des Karnevalsumzugs ist der Wagen der „Steeler Jecken“ ab Minute 5 zu sehen.

Die Gruppe wird von der Polizei der Hooligan- und Rechtenszene zugeordnet. In den vergangenen Monaten war sie als selbsternannte Bürgerwehr aufgefallen, die sogenannte „Spaziergänge“ in Essen unternahm, um die „Sicherheit“ ihres Stadtteils zu gewährleisten. Jetzt hat sich sich wohl in den Zug eingeschleust. Für das Anti-Rassismus-Bündnis „Essen stellt sich quer“ ist das eine „Gewaltandrohung gegenüber Andersdenkenden.“

Der veranstaltende Verein, die „Freisenbrucher Gänsereiter“, sieht sich von der Gruppierung getäuscht. Gegenüber der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung sagt Vorstandsmitglied Hans-Walter Röpke: „So ein Auftritt bei unserem Zug, das geht gar nicht. So etwas sind wir nicht gewohnt und so etwas wollen wir auch nicht.“ Der Verein erwäge nun, rechtliche Schritte einzuleiten. So sei die als „Steeler Jecken“ getarnte Gruppe im Vorfeld von einem Ehepaar beim Verein angemeldet worden. Es habe geheißen, dass auf dem Wagen vor allem Kinder und Frauen mitfahren werden.

Vom Bündnis „Essen stellt sich quer“ gibt es trotzdem Kritik. „Wir verstehen nicht, wie die Organisatoren des Umzugs die Gruppe zulassen konnte“, sagte Sprecherin Sonja Neuhaus dem WDR.

(cpas)
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