Rosenmontag 2019 in NRW: Sturm von Windstärke 8 bis 9 - Zug-Absagen?

Karneval in NRW : Wetterdienst erwartet Windstärke 8 bis 9 an Rosenmontag

Rosenmontag steht vor der Tür - doch das Wetter spielt nicht mit. Der von den Jecken am Rhein befürchtete Sturm könnte laut Deutschem Wetterdienst „in der Fläche relativ breit“ auf die Städte treffen. Das könnte Zug-Absagen zur Folge haben.

„Nach unseren derzeitigen Modellen ist es recht wahrscheinlich, dass es in der ersten Tageshälfte zu einer Windstärke von 8 bis 9 kommen wird“, sagte Meteorologe Malte Witt vom Deutschen Wetterdienst (DWD) am Samstag. Das Sturmtief „Bennet“ werde voraussichtlich auch über die rheinischen Karnevalshochburgen Köln und Düsseldorf sowie Teile des Ruhrgebiets ziehen. Bis zum Mittag werde das Maximum erreicht sein, dann sollten die starken Böen allmählich abflauen.

In Düsseldorf kann der Zug nur bis Windstärke 7 stattfinden - ab Windstärke 8 müsste er abgesagt werden. In Düsseldorf soll die Entscheidung, ob der Rosenmontagszug trotz drohenden Sturms rollen kann, erst sehr kurzfristig fallen. Am Sonntag werde man sich ab 17 Uhr in einer Koordinierungsgruppe mit Vertretern von Stadt, Feuerwehr, Polizei und Rettungskräften beraten, sagte der Sprecher des Comitee Düsseldorfer Carneval am Samstag.

Ab Windstärke 8 werden die Wagen vom Winde verweht, auch kann von Dächern und Baustellen etwas auf die Jecke fallen. Verletzte will niemand, Sicherheit geht vor. Mit Blick auf die Versicherung ist die möglichst späte Absage geboten. Nur dann tritt die Ergo für entstandene Schäden durch eine Absage des Zuges ein. Im Jahr 2016 wurde der Zug wegen Sturms abgesagt. Rund 350.000 Euro wurden damals gezahlt, weil Kapellen, Sicherheitsdienste und andere Dienstleister gebucht waren. Der Zug fand dann im März statt. 1990 gab es wegen Sturms ebenfalls eine Absage, die Jecke zogen dann im Mai.

Die Sprecherin des Kölner Karneval sagte am Samstag, man habe noch keine Entscheidung gefällt. Als Vorsichtsmaßnahme seien bereits Planen von den Tribünen geholt worden. „Wir könnten auch Schildträger, Großfiguren und die Pferde rausnehmen.“ Man berate darüber aber noch, spreche sich eng mit der Stadt ab.

Abwarten ist auch die Devise für die Rosenmontagszüge in Kleve und Hilden. „Wir warten bis Montagmorgen ab, bevor wir entscheiden“, sagte Frank Konen, 1. Vorsitzender des Klever Rosenmontags-Komitees am Samstag. „Das entscheiden wir am Montagmorgen spontan“, sagte Michael Kewersun, Zugleiter in Hilden, am Samstag.

In Krefeld wird am Montag um 9 Uhr entschieden, ob der Zug läuft, berichtete Albert Höntges, Zugleiter des Comitee Crefelder Carneval am Samstag. „Ich spekuliere nicht. Am Montag tritt wie immer der Krisenstab mit Vertretern der Polizei, der Feuerwehr und der Stadt zusammen und entscheidet, was wir machen. Grundlage sind amtliche Wetterangaben“, sagte Höntges.

Entspannt geben sich die Karnevalisten in Rheinland-Pfalz: Die Veranstalter der Straßenfastnacht in Mainz sind trotz des angekündigten stürmischen Wetters zuversichtlich, dass der Rosenmontagszug stattfinden kann. „Wir gehen davon aus, dass der Zug am Montag um 11.11 Uhr startet“, sagte ein Sprecher des Mainzer Carneval-Vereins (MCV) am Samstag. Man behalte die Vorhersagen zu den Windstärken während des gesamten Wochenendes im Blick, derzeit seien die Wetterprognosen aber eher „entspannter“ als noch am Vortag. Wie bei Großveranstaltungen üblich, würden ohnehin Banner, Bühnen und Zelte für Wind und Wetter gesichert, sagte der Sprecher. Theoretisch wäre nach seinen Worten auch eine kurzfristige Absage noch möglich. „Das halte ich aber für unrealistisch.“

Zuvor soll es am Sonntag stark bewölkt bis bedeckt werden und in der ersten Tageshälfte zeitweise regnen bei Höchstwerten zwischen 9 und 15 Grad, wie der DWD mitteilte. Bereits für Sonntag rechnen die Meteorologen mit mäßigem, zeitweise auch starkem und böig auffrischendem Wind aus Südwest, in exponierten Lagen auch teils mit stürmische Böen. Die Höchsttemperaturen sollen am Rosenmontag bei 10 bis 14 Grad liegen.

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Auch der Dienstag bringt dichte Bewölkung und Schauer, die sich zum Abend verstärken sollen. Die Höchstwerte liegen bei 10 bis 12 Grad. Dabei dürfte ein mäßiger bis frischer Wind wehen, der in Böen zeitweise stürmisch auffrischt und sich am Abend nur langsam beruhigt.

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(mba/dpa)
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