Karneval 2019 in NRW: Jecken feiern Rosenmontag in Düsseldorf, Köln und im Rheinland

Karneval in NRW : In Düsseldorf schien am Ende sogar die Sonne

Das war der Rosenmontagszug 2019 in Düsseldorf

Lange mussten Karnevalisten in diesem Jahr um ihre Rosenmontagszüge bangen. Aber trotz Sturmtief „Bennet“ feierten Jecke in NRW ausgelassen. In Teilen des Landes wütete der Sturm stärker: In Ochtrup starb ein Mann.

Das Sturmtief „Bennet“ hat die Pläne der Karnevalisten im Rheinland und im übrigen Deutschland erheblich durcheinander gebracht. Der Stimmung in den Karnevalshochburgen Köln, Düsseldorf und Mainz tat das aber nur wenig Abbruch. Dort fanden die Züge in einer etwas abgespeckten Version statt. In allen drei rheinischen Städten fehlten die Pferde. Die Mottowagen, die oft in Monaten vorbereitet wurden, durften am Ende aber doch mitfahren. In anderen Städten wurden die Karnevalsveranstaltungen wegen des Sturms hingegen abgesagt.

In weiten Teilen Nordrhein-Westfalens richtete der Sturm indes erhebliche Schäden an. In Ochtrup kam ein Mann zu Tode, als ein Baum auf seinen Wagen fiel. An mehreren Bahnstrecken stürzten Bäume auf Oberleitungen und verursachten stundenlange Streckensperrungen. In Düsseldorf wurde sogar das Dach eines Mehrfamilienhauses abgedeckt.

Der Zug in der Landeshauptstadt startete trotz der Sturmwarnungen – allerdings mit erheblicher Verspätung erst um 13.30 Uhr. Die Entscheidung erwies sich im Nachhinein als goldrichtig. Denn nach den orkanartigen Böen am Vormittag war es am Nachmittag teilweise sogar heiter. In Düsseldorf gibt es die klare Regel, dass Freiluftveranstaltungen ab Windstärke 8 abgesagt werden müssen.

Auch beim Kölner Zug gab es vom Wetter her keine ernsthaften Beeinträchtigungen. Der närrische Treiben begann – wie in Köln üblich – um zehn Uhr morgens. Vom Orkan blieben die Jecken weitgehend verschont. Die Organisatoren gaben sich nach den Wetterkapriolen erleichtert. Die stärksten Windböen wurden in Westfalen registriert, wo der Orkan in Haaren bei Paderborn mit Windstärke zehn seinen höchsten Wert erreichte.

Sarkastisch und bissig fielen wie eh und je die Motivwagen auf, wobei die Düsseldorfer mit einigen Pappmachée-Figuren wieder einmal den Vogel abschossen. So nahm der berühmte Düsseldorfer Wagenbauer Jacques Tilly sowohl den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche wie auch das enge Verhältnis von US-Präsident Donald Trump zum saudischen Kronprinz Salman aufs Korn. Salman wird verdächtigt, das Mordkomplott gegen den saudischen Journalisten Kashoggi in Auftrag gegeben zu haben.

Im Zentrum der närrischen Kritik stand auch die umstrittene AfD und ihr Rechtsaußen Bernd Höcke, der als Baby von der einstigen Nazi-Größe Joseph Goebbels in die Höhe gehoben wurde. In Köln konnte ein überdimensionierter Fisch Nemo in den Ozeanen nur noch Plastik als Nahrungsmittel aufnehmen. In allen drei Zügen wurden auch die Dauerstreitereien der großen Koalition aufs Korn genommen.

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Die Düsseldorfer gingen von ungefähr 600.000 Besuchern beim Rosenmontagszug aus, in Mainz wurden rund 450.000 Jecken gezählt. In Köln hieß es, der Zulauf sei höher als im vergangenen Jahr gewesen, eine seriöse Schätzung sei aber unmöglich. Hier standen Zahlen von über einer Million im Raum. Die Stimmung war überall ausgelassen, zwischen Sturmböen und Regenschauern kam sogar ab und zu die Sonne durch. Ob es stürme oder regne, sei letztlich aber auch egal, sagte der bekannte Fernseh-Moderator Kai Pflaume, der erstmals im Kölner Zug mitfuhr: „Köln feiert bei jedem Wetter.“

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