Karneval 2018: Von hier kommen die Jecken an Rosenmontag nach Köln oder Düsseldorf

Datenanalyse: Wer fährt Rosenmontag nach Düsseldorf, wer nach Köln?

Aus ganz Deutschland kommen die Narren zu Karneval ins Rheinland. Daten zeigen jetzt, woher die Jecken am Rosenmontag kommen - und wohin sie fahren. Die Sylter zieht es dabei eher nach Düsseldorf, die Sachsen nach Köln.

600.000 Karnevalisten feierten 2017 den Düsseldorfer Rosenmontagszug, in Köln sollen es sogar über eine Million gewesen sein. Die beiden Umzüge sind ein Tourismus-Magnet im Rheinland: Nicht nur aus dem übrigen Nordrhein-Westfalen, sondern bundesweit ziehen sie die Menschen an.

Ein Tochterunternehmen des Mobilfunk-Netzbetreibers "Telefonica" hat nun genaue Daten veröffentlicht. Dazu hat das Unternehmen gemeinsam mit dem Bundesverband Digitale Wirtschaft während der "tollen Tage" 2017 die Bewegungsströme seiner Kunden im Mobilfunknetz anonymisiert ausgewertet. Anhand von rund fünf Milliarden Kontakten zwischen Handy und Mobilfunkzelle ließ sich so darstellen, von wo die Karnevalstouristen an Rosenmontag im Zeitraum von 5 bis 24 Uhr ins Rheinland kamen.

"Es ist interessant zu sehen, dass beispielsweise die Dormagener Postleitzahl-Gebiete geteilt sind. Der eine Teil fährt nach Düsseldorf, der andere nach Köln", sagt Alexander Lange, Datenanalyst von "Telefonica Next". "Solche Informationen können vor allem für Verkehrsplaner hilfreich sein." Tatsächlich zeigt der Blick in die Daten, die das Unternehmen unserer Redaktion detailliert zur Verfügung gestellt hat, dass zwar die südlichen Teile der Stadt nahezu ausschließlich nach Köln fahren (93,3 Prozent) - es die Jecken aus Zons aber in 82,9 Prozent der Fälle nach Düsseldorf zog.

Dabei erhebt die Datenerfassung keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Erfasst wurden lediglich Handysignale der O2-Nutzer. Und: "Alle Postleitzahl-Regionen mit weniger als zehn Pendlern wurden nicht ausgewertet, das bestimmt der Datenschutz", sagt Lange. So soll gewährleistet sein, dass kein Rückschluss auf einzelne Personen möglich ist.

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Das erklärt auch, wieso beispielsweise aus den Großstädten Hamburg, Berlin oder München keine Reisenden erfasst wurden. So zählt die Bundeshauptstadt 318 verschiedene Postleitzahl-Gebiete, aus keinem kamen mehr als zehn potenzielle Narren an Rosenmontag ins Rheinland. Das gilt freilich nur für Anreisen am Rosenmontag selbst: Wer schon am Karnevalswochenende die Fahrt ins Rheinland antrat, wird in der Statistik nicht erfasst.

Vertreten sind dafür einige Regionen, in denen Postleitzahlen eine größere Fläche abdecken. So hat "Telefonica Next" 45 Menschen gezählt, die Rosenmontag 2017 von Sylt aus ins Rheinland kamen - 53 Prozent davon fuhren nach Düsseldorf . Im Flächenland Bayern wiederum wurden lediglich zwei Regionen mit insgesamt 80 mutmaßlichen Karnevals-Touristen erfasst, aus Baden-Württemberg sogar nur 32 aus drei Regionen.

Die Schwerpunkte der Pendler am Rosenmontag. Foto: Bundesverband Digitale Wirtschaft

Wirklich flächendeckend konnten Daten jedoch vor allem für Nordrhein-Westfalen erhoben werden. 363 Postleitzahl-Gebiete deckt die Erhebung hier ab. Die überraschende Erkenntnis: Von den großen Ruhrgebietsstädten zieht es die Dortmunder und Bochumer primär nach Köln, nur die Essener und Duisburger fahren ins benachbarte Düsseldorf. Ansonsten punkten die beiden Hochburgen vor allem in ihrem direkten Umfeld: Mönchengladbacher, Ratinger oder Hildener fuhren 2017 zum Düsseldorfer Zug, Jecken aus Hürth, Königswinter oder Leverkusen fuhren nach Köln.

Als Fazit heißt es von den Beteiligten: "Im direkten Vergleich verzeichnet Köln mit 68 Prozent die Mehrheit der Einreisen an Rosenmontag 2017 vor Düsseldorf mit 32 Prozent."

(cbo)
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