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Hunde können das Coronavirus übertragen – rein theoretisch

Wissenschaft : Hunde können das Coronavirus übertragen – rein theoretisch

Können Hunde sich anstecken? Und: Kann man sich infizieren, wenn man einen Hund streichelt?

Ein Spaziergang im Wald ist in diesen Tagen der Corona-Krise wohltuend. Es ist zwar voller als sonst, aber die Erholung stellt sich trotzdem ein. Da stört es auch nicht weiter, dass der Hund eines Joggers kurz zur Spielaufforderung zwischen den eigenen Beinen herumwuselt. Oder etwa doch? Den Jogger meidet man freundlich, zwei Meter Abstand. Aber könnte die kurze Streicheleinheit mit dem Vierbeiner auch ein Infektionsrisiko darstellen? Gab es da nicht mal zwei Fälle in Hongkong, wo sich Hunde mit dem neuen Coronavirus infiziert haben? Der Reihe nach.

Covid-19, die Lungenkrankheit, die durch das Virus Sars-CoV-2 ausgelöst wird, ist eine Zoonose. Das bedeutet, sie schlummerte ursprünglich in Tieren und sprang durch Mutationen des Virus irgendwann auf den Menschen über. Ob sich nun aber Tiere beim Menschen anstecken können, ist wissenschaftlich noch nicht ausreichend erforscht, wenngleich die Experten sich weitgehend einig sind, dass es höchst unwahrscheinlich ist. Der Weltgesundheitsorganisation zufolge gibt es bisher keinen Beweis dafür, dass Hunde oder Katzen sich mit dem neuen Virus infizieren oder als Zwischenwirt fungieren können.

In Hongkong wurde zwar bei mindestens zwei Hunden das Virus in einer geringen Dosis nachgewiesen, allerdings liefert dies noch keinen Hinweis auf eine Infektion der Tiere. Die Hunde hätten keine Symptome gezeigt, noch seien sie erkrankt, heißt es in einer Stellungnahme des Colleges für Veterinärmedizin an der Universität von Illinois.

Eine eindeutige Antwort haben die Forscher indes auf die Frage, ob Haustiere das Virus grundsätzlich übertragen können: Ja, das können sie. Wer infiziert ist und zum Beispiel mit seinem Hund schmust (Gesicht an Schnauze) oder ihn versehentlich annießt, verteilt Viren auf dem Tier. Ein gesunder Mensch könnte sich dann mit dem Virus infizieren, wenn er das Tier kurz danach streichelt und sich ins Gesicht fasst. Eine solche Schmierinfektion kann aber auch über eine Türklinke erfolgen. Experten schätzen das Übertragungsrisiko beim Tier als sehr gering ein. Gail Golab, Chef-Veterinärmedizinerin der American Veterinary Medical Association, sagte zu dem Thema: „Wir sind nicht übermäßig in Sorge, dass sich Menschen durch den Kontakt mit Hunden und Katzen mit dem Virus infizieren könnten.“ Dahinter stecke Wissenschaft. „Das Virus überlebt am besten auf glatten Oberflächen wie Arbeitsplatten und Türklinken“, sagte Golab: „Poröse Materialien wie Haustierfell neigen dazu, Krankheitserreger zu absorbieren und einzufangen, wodurch es schwieriger wird, sich durch Berührung anzustecken.“

Das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit weist aber auf grundlegende Prinzipien der Hygiene hin – diese gelten auch beim Kontakt mit Tieren.