Wie man sich schützen kann Noroviren sind in diesen NRW-Städten besonders verbreitet

Düsseldorf · Der Brechdurchfall breitet sich aus – auch in NRW. Wer ist besonders betroffen? Wie kann man sich schützen? Kann man das behandeln? Das RKI gibt Anregungen.

Norovirus - Symptome, Inkubationszeit, Ansteckung & Co.
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Foto: dpa-tmn/Christina Sabrowsky

Erst Corona, dann Influenza, nun das Norovirus: Die Infektionswellen lassen Deutschland nicht los. Aktuell leiden viele Menschen unter Brechdurchfall. Im Januar wurden 8320 Norovirus-Fälle gemeldet – nach 3947 Fällen im Vorjahr, so das Robert-Koch-Institut (RKI). Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen, da viele sich zu Hause auskurieren. „Die gegenüber dem Vorjahr fast doppelt so hohen Infektionszahlen sind im Vergleich zu den Jahren vor Corona nicht beunruhigend hoch“, sagt Thomas Preis, Chef des Apothekerverbands Nordrhein. Wichtig sei, durch besonders gute Hygienemaßnahmen ein Weitertragen des Virus zu verhindern.

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Foto: Shutterstock/Kateryna Kon

Was sind Noroviren?

Noroviren wurden erst 1972 entdeckt und sind weltweit verbreitet. Sie sind für einen Großteil der nicht-bakteriell bedingten Margen-Darm-Erkrankungen (Gastroenteritiden) bei Kindern (30 Prozent) und bei Erwachsenen (bis zu 50 Prozent), erläutert das RKI. Kinder unter fünf Jahren und Personen über 70 sind besonders häufig betroffen. Daher kommt es öfter zu Ausbrüchen in Kitas, Krankenhäusern, Altenheimen - und immer wieder mal auf Kreuzfahrtschiffen.

In welchen NRW-Städten werden viele Norovirus-Fälle gemeldet?

In den ersten sechs Wochen des Jahres wurden in NRW 2755 Norovirus-Infektionen laborbestätigt gemeldet, so das Landesgesundheitszentrum. Das sind 56 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Dunkelziffer ist hoch, viele gehen nicht zum Arzt, sondern kurieren sich daheim aus. Besonders viele Fälle wurden etwa aus Duisburg, Mettmann, Wesel, Recklinghausen, Dortmund und dem Rhein-Kreis Neuss gemeldet.

Wie steckt man sich mit dem Norovirus an?

Die Viren werden über den Stuhl und das Erbrochene ausgeschieden. „Die Infektiosität ist sehr hoch“, betont das RKI. Das Virus kann von Mensch zu Mensch übertragen werden. Bei schwallartigem Erbrechen können Tröpfchen in die Luft gelangen, über die sich dann helfende Eltern oder Partner anstecken. Das Virus kann aber auch über kontaminierte Speisen und Getränke seinen Weg nehmen.

Wie lange ist man ansteckend?

Personen sind während der akuten Erkrankung hoch ansteckungsfähig, das gilt vor allem für die ersten beiden Tage. Danach klingen die Symptome meist ab. Die Inkubationszeit beträgt sechs bis 50 Stunden, so das RKI.

Was sind die Symptome einer Infektion?

Noroviren verursachen schwallartiges heftiges Erbrechen und starke Durchfälle (Diarrhöe). Sie sorgen für ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl mit Bauchschmerzen, Übelkeit, Kopfschmerzen und Mattigkeit. Die Körpertemperatur kann leicht erhöht sein, meist kommt es jedoch nicht zu hohem Fieber.

Wie kann man die Erkrankung behandeln?

Faktisch gar nicht, die Viren müssen raus. „Eine antivirale Therapie dagegen gibt es nicht. Es werden nur die Symptome behandelt“, sagt Preis. Der Flüssigkeitsverlust muss ausgeglichen und Mineralien müssten durch entsprechende Elektrolyt-Trinklösungen ergänzt werden. „Die Liefersituation ist für diese Produkte immer noch angespannt.“ Im Notfall können insbesondere Kinder durch im Apothekenlabor hergestellte Elektrolyt-Produkte versorgt werden, so Preis. Insbesondere bei Kleinkindern und älteren Personen könne eine kurzzeitige Hospitalisierung notwendig sein, so das RKI. Per Tropf erhalten sie dann Flüssigkeit.

Wie kann man sich schützen?

Eine Impfung gibt es nicht. Wichtig ist die Einhaltung von Hygieneregeln und Absonderung von Patienten. Das RKI nennt hier vor allem die Desinfektion von patientennahen Flächen, Toiletten, Waschbecken, Türgriffen. Patienten sollten, wenn möglich, eine eigene Toilette benutzen und allein in einem Raum schlafen. Pflegende sollten Handschuhe und Mundschutz nutzen.

Wie desinfiziert man Hände, Flächen, Wäsche und Geschirr richtig?

 Trinken ist beim Norovirus wichtig.

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Foto: dpa-tmn/Daniel Modjesch

Zur Desinfektion von Händen und Flächen sind demnach Präparate mit nachgewiesener Wirksamkeit mit dem Wirkbereich „begrenzt viruzid plus“ oder „viruzid“ geeignet, betont das Institut. „Geschirr kann in der Regel wie üblich maschinell gereinigt werden.“ Bett- und Leibwäsche sollten in einem „chemo-thermischen Waschverfahren mit viruzider Wirksamkeit“ gereinigt werden. Praktisch dürfte das vor allem die Kochwäsche sein.

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