1. Kultur

Programm 2022/2023 im Düsseldorfer Schauspielhaus

Saison 2022/2023 : Das Schauspielhaus weist den Weg ins Helle

In der Spielzeit 2022/2023 reicht das Angebot vom Musical "Cabaret" über "Robin Hood" für Kinder bis zur Busreise in eine unselige Vergangenheit.

Drei markante Schwerpunkte werden die Saison 2022/2023 im Düsseldorfer Schauspielhaus bestimmen. Bei der Vorstellung des Programms nannte Generalintendant Wilfried Schulz die Suche nach dem Bösen und dem Weg daraus ins Helle, die Suche nach Gegenwärtigkeit und den Auftritt starker Frauenfiguren. Über allem schwebt die Bedrohung durch den Krieg in der Ukraine. Den will Schulz keinesfalls verdrängen, doch „wir wollen kein schlechtes Gewissen haben, wenn es nicht nur um die Ukraine geht". Er bekannte sich dazu, dass das Theater sich seine Bewegungsfreiheit auch in Krisenzeiten erhalten müsse.

Großes Haus und Kleines Haus Die Spielzeit wird, wenn Corona es zulässt, am 2. September mit Shakespeares „Othello" beginnen, in einer Fassung von Lara Foot, wie überhaupt zahlreiche Inszenierungen sogenannte Überschreibungen sein werden. Regisseure greifen in die Stücke teilweise so weit ein, dass sie mit der Originalfassung nicht mehr viel verbindet.

In Frank Wedekinds „Franziska" wird ein weiblich gewandeter Faust auftreten, und „Schuld und Sühne - allerdings mit anderem Text und auch anderer Melodie" von Barbara Bürk und Clemens Sienknecht nach Dostojewski wird seinem seltsamen Titel, wie verlautete, alle Ehre machen.

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Der Dauerbrenner „Cabaret" wird sich mit Sicherheit als Magnet für Musicalliebhaber erweisen, mit „Robin Hood" als Familien- und Kinderstück werden Schauspiel und Junges Schauspiel erstmals zusammen an einer Produktion arbeiten und in der Vorweihnachtszeit einen Akzent setzen. „Johann Holtrop" von Rainald Goetz wäre eine Uraufführung, wenn das Stück nicht einen Monat zuvor bereits in Köln zu sehen wäre.

Wenn das Abitur naht, beginnen sich selbst kulturferne Schülerinnen und Schüler oft fürs Theater zu interessieren. Denn die Chancen stehen nicht schlecht, dass die szenische Kenntnis des einen oder anderen Stücks in der Deutschklausur die Note begünstigt. Das Schauspielhaus hat da einiges im Angebot: Schillers „Wilhelm Tell", Brechts „Der gute Mensch von Sezuan", „Ödipus" nach Sophokles und Max Frischs „Biedermann und die Brandstifter". Die Dostojewski-Überschreibung könnte allerdings in die Irre führen.

Junges Schauspiel Im Jungen Schauspiel wird sich Mozarts Oper „Don Giovanni" an ein Publikum ab zwölf Jahren richten, bearbeitet von Jens Ohlin und Hannes Meidal - eine deutschsprachige Erstaufführung. Im Mittelpunkt stehen ein Junge, der in der Schule glaubt, er könne sich alles leisten, und ein Mädchen, das sich wehrt. Im Hofgarten vor dem Theatermuseum wird sich Martin Baltscheids "Geschichte vom Löwen, der nicht malen konnte" als Uraufführung abspielen.

Stadt-Kollektiv Generalintendant Schulz versteht sein Theater als Dreispartenhaus, in dem Jugend- und Laientheater gleichberechtigt neben Großem und Kleinem Haus stehen. „Stadt-Kollektiv" nennt sich das dritte Standbein: Bassam Ghazi, Regisseur und zusammen mit Birgit Lengers dessen künstlerischer Leiter, bietet drei Inszenierungen an, zwei stationäre und eine mobile. Darin treten Jugendliche ohne Schauspielausbildung auf: im Stück „Die Nacht so groß wie wir" von Sarah Jäger und in der „Odyssee" von Pavlo Arie frei nach Homer. Diese Odyssee ist eine, die aus der Ukraine nach Düsseldorf führt, gespielt von Menschen aus beiden Regionen und inszeniert vom ukrainischen Regisseur Stas Zhyrkov. Gleichermaßen gespenstisch wird wohl „Solingen 1993" ausfallen, "eine theatrale Busreise in die Vergangenheit" zu jenem Ort, an dem fünf türkische Mitbürger einem Mordanschlag zum Opfer fielen. Als Stationen dieser Uraufführung nennt die Vorschau des Theaters lapidar „Düsseldorf, Reisebus und Solingen".

Das vollständige Programm findet sich im Internet: www.dhaus.de/programm/spielzeit-22-23