Action "Resident Evil: Afterlife 3D": Böse Mienen zu albernem Spiel

Action "Resident Evil: Afterlife 3D" : Böse Mienen zu albernem Spiel

(RP). 97 Minuten dauert der mittlerweile vierte Teil der "Resident-Evil"-Reihe, der – auf der Höhe der Zeit – jetzt allerlei Fleischklumpen und Hirnbratzen dank modernster 3D-Technik direkt in den Zuschauerraum schleudert, gerne auch in Zeitlupe.

(RP). 97 Minuten dauert der mittlerweile vierte Teil der "Resident-Evil"-Reihe, der — auf der Höhe der Zeit — jetzt allerlei Fleischklumpen und Hirnbratzen dank modernster 3D-Technik direkt in den Zuschauerraum schleudert, gerne auch in Zeitlupe.

Überhaupt, die Zeitlupe. Ohne die vielen Verzögerungseffekte wäre dieser Film bestimmt 30 Minuten kürzer, aber so bekommt der Zuschauer immerhin reichlich Zeit, darüber nachzudenken, welche Szene, welches Detail wo und warum wohl geklaut wurde.

Weil sich nach der Apokalypse große Teile der Menschheit in kannibalistische Zombies verwandelt haben, bedient sich "Resident Evil: Afterlife 3D" ausgiebig beim Meister dieses Horror-Subgenres: George A. Romero. Aber es gibt auch gute Gründe, sich an die "Matrix"- und "Alien"-Filme, ja sogar an "Pat Garrett jagt Billy the Kid" von Sam Peckinpah und "THX 1138" von George Lucas zu erinnern.

Die Geschichte von "Resident Evil: Afterlife 3D" ist dagegen rasch erzählt. Alice (Milla Jovovich) versucht noch einmal, die Verantwortlichen für die Apokalypse mittels einiger Duplikate von sich zur Verantwortung zu ziehen, was zwar reichlich Blutzoll fordert, aber letztlich erfolglos bleibt.

Dann macht sie sich auf die Suche nach anderen Überlebenden und führt dabei ein pathetisches Videotagebuch, von dem sie nicht weiß, ob es je einen Empfänger finden wird. Vielleicht ist sie ja die einzige Überlebende. Postapokalypse, Baby!

Ihr Weg führt sie von Alaska nach Los Angeles, wo ein paar andere Überlebende sich in einem mehrstöckigen, teilweise gefluteten Gefängnisgebäude vor Tausenden von Zombies verschanzt haben. Es gibt hungrige Zombis, Zombies, die sich durch Betonwände kratzen können und Amphibien-Zombis, wobei große Teile der nun folgenden Handlung des Films hinreichend umrissen sein dürften.

Und es gibt einen Tanker, der vor der Küste kreuzt und Hilfe verspricht. Dahin gilt es sich durchzuschlagen, was naturgemäß nicht vielen der nur wenigen Protagonisten gelingt. Eine nicht zentrale, aber visuell eindrucksvolle Rolle spielt noch ein maskierter, hünenhafter Recke, der direkt aus einem Mittelalter-Film zu stammen scheint und mächtig auf den Putz haut.

Am Ende wartet noch ein düsteres Geheimnis, ein Paar mutierter Rottweiler — und natürlich ist wieder die ominöse Umbrella Corporation an allem Schuld. Erst haben sie mittels ihrer biologischen Waffen (fast) die gesamte Menschheit in Untote verwandelt, dann experimentieren sie an den wenigen Überlebenden und unschuldigen Tieren munter weiter. Warum? Besser nicht fragen! Vielleicht wird die Fortsetzung, die sich in den letzten Filmminuten unbarmherzig ankündigt, einige der offenen Fragen beantworten.

Zunächst aber gilt unser ganzer Respekt den Schauspielern, die es irgendwie geschafft haben, trotz aller Widrigkeiten wie Drehbuch und aberwitziger Action-Sequenzen nicht vor laufender Kamera in schallendes Gelächter auszubrechen, sondern mit stoischem Ausdruck böse Miene zum albernen Spiel zu machen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Szenebilder aus "Resident Evil: Afterlife 3D"

(RP)