Satire "Männertrip": Babysitter für Rockstars

Satire "Männertrip" : Babysitter für Rockstars

(RP). Männer, die mit fleckigem Jackett durch die Gegend laufen, wollen eigentlich nur bemuttert werden oder eine Familie gründen. Der Autor, Regisseur und Produzent Judd Apatow ist seit Komödien wie "Jungfrau (40), männlich, sucht" (2005) oder "Beim ersten Mal" (2007) Hollywoods erfolgreichster Experte für den obskuren Mix aus infantilem Humor und traditionellen Familienwerten. Seine meist spätpubertären Protagonisten müssen zunächst ausgiebig die Sau im Manne rauslassen, bevor sie sich als domestizierter Schmusekater in die Arme einer für sie viel zu attraktiven Frau kuscheln können.

(RP). Männer, die mit fleckigem Jackett durch die Gegend laufen, wollen eigentlich nur bemuttert werden oder eine Familie gründen. Der Autor, Regisseur und Produzent Judd Apatow ist seit Komödien wie "Jungfrau (40), männlich, sucht" (2005) oder "Beim ersten Mal" (2007) Hollywoods erfolgreichster Experte für den obskuren Mix aus infantilem Humor und traditionellen Familienwerten. Seine meist spätpubertären Protagonisten müssen zunächst ausgiebig die Sau im Manne rauslassen, bevor sie sich als domestizierter Schmusekater in die Arme einer für sie viel zu attraktiven Frau kuscheln können.

Für "Männertrip" saß Apatow nicht selbst im Regiestuhl, sondern war lediglich als Produzent tätig. Sein Einfluss auf Autor und Regisseur Nicholas Stoller ist jedoch unübersehbar — auch wenn einige Szenen nicht nur wegen ihres Ekelfaktors eher zum Wegsehen sind. Apatow produzierte bereits Stollers Debüt, die romantische Komödie "Nie wieder Sex mit der Ex" (2008), in der die exzentrische Nebenfigur Aldous Snow (Russell Brand) den Hauptfiguren mehrfach die Show stahl, weshalb der narzisstische Rockstar jetzt in Stollers Spin-Off-Klamotte seinen Großauftritt erhält.

Die Tage der Großauftritte scheinen für den Jim-Morrison-Verschnitt allerdings gezählt, nachdem er sich als Schmusebarde versucht hat, damit seine Fans vergraulte und seitdem im Drogensumpf zu versinken droht. Seine Plattenfirma schickt deshalb den braven Angestellten und Anzugträger Aaron Green (Jonah Hill) als Babysitter nach London, um die männliche Amy Winehouse pünktlich zu einem wichtigen Konzertauftritt nach Los Angeles zu bringen. Stattdessen entwickelt sich der Männertrip wenig überraschend zur ausschweifenden Sex- und Drogenodyssee, während der sich der Regisseur aber immer wieder als Spaßbremse entpuppt und die große Moralkeule auf das politisch unkorrekte "Odd Couple" niedersausen lässt.

Stoller mag zwar den derben Witz plus konservativer Botschaft bei Apatow abgeguckt haben, es fehlt ihm aber dessen Sinn für eine flüssige Erzählung und für leise Zwischentöne, so dass sein Buddy- und Road-Movie allzu chaotisch von einer Episode zur nächsten poltert. Als Showbiz-Satire bedient der Film überwiegend altbekannte Klischees, und als Russel-Brand-Vehikel ist er auf Dauer mehr nervtötend als unterhaltsam. Diesmal stiehlt P. Diddy in einer Nebenrolle den Hauptdarstellern die Show — bleibt zu hoffen, dass der Regisseur daraus keinen Diddy-Ableger machen wird.

Bewertung: 2 von 5 Sternen

Hier geht es zur Bilderstrecke: Szenen aus "Männertrip"

(RP)