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"House of Gucci" - Gucci-Familie übt Kritik an Darstellung in Kinofilm

„Alles andere als akkurat“ : Gucci-Familie kritisiert Darstellung im Film „House of Gucci“

Im Film wird ein Gucci-Erbe von einem von seiner Ehefrau angeheuerten Auftragskiller ermordet. Im echten Leben ist das auch passiert. Die Guccis beklagen nun, die Familienmitglieder würden als „ignorante und unsensible Schurken“ dargestellt.

Die Familie Gucci ist mit der Darstellung ihrer Verwandten in dem neuen Film „House of Gucci“ nicht zufrieden. In einer diese Woche veröffentlichten Erklärung sagten sie, die Darstellung sei „alles andere als akkurat“, die Filmemacher hätten sie in keiner Weise konsultiert.

Die Guccis, die mit der globalen Luxusmarke, die ihren Namen trägt, seit 1993 nichts mehr zu tun haben, waren von Anfang an besorgt über den Film von Ridley Scott. Jetzt, da der Film in den Kinos ist, kritisieren sie einige Details, darunter die Darstellung, dass Patrizia Reggiani, die für die Beauftragung eines Auftragskillers zur Ermordung von Maurizio Gucci zu Gefängnis verurteilt wurde, als Opfer in einem von Männern dominierten Unternehmen dargestellt wird.

Der Film „House of Gucci“ basiert auf einem Buch von Sara Gay Forden und geht über die Schlagzeilen des Mordes von 1995 und des anschließenden Prozesses hinaus. Er beginnt in den späten 1970er Jahren und verfolgt die Beziehung von Reggiani (Lady Gaga) und dem Erben Maurizio Gucci (Adam Driver) von der Verlobung über die Ehe bis hin zur Trennung und seiner Ermordung. Die Geschichte zeigt Reggiani als eine Art Lady Macbeth, die Maurizio beim Aufstieg half und die Kontrolle über das Unternehmen von seinem Onkel Aldo Gucci (Al Pacino) und seinem Cousin Paolo Gucci (Jared Leto) übernahm.

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„Die Produktion des Films hat sich nicht die Mühe gemacht, die Erben zu konsultieren, bevor sie Aldo Gucci - 30 Jahre lang Präsident des Unternehmens - und die Mitglieder der Familie Gucci als Schurken darstellte, die ignorant und unsensibel gegenüber der Welt um sie herum waren und den Protagonisten der berüchtigten Ereignisse völlig erfundene Haltungen und Verhaltensweisen zuschrieben“, hieß es in der Erklärung der Familie. Sie behalte sich das Recht vor, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, „um den Namen, das Image und die Würde von sich und ihren Angehörigen zu schützen“.

Ridley Scott hat sich und den Film bereits gegenüber der Kritik der Guccis verteidigt, unter anderem gegen den Vorwurf, er nutze den Namen der Familie, um Profit zu machen. „Sie dürfen nicht vergessen, dass ein Gucci ermordet wurde und ein anderer wegen Steuerhinterziehung ins Gefängnis kam, also können Sie mit mir nicht über Profit reden“, sagte Scott der BBC. Ein Sprecher Scotts sagte, es gebe nichts hinzuzufügen. Auch das Filmstudio MGM hat sich nicht geäußert.

Der Modedesigner Tom Ford, der von 1994 bis 2004 Kreativdirektor von Gucci war, äußerte sich ebenfalls zu dem Film. „Es fällt mir schwer, die Realität von der glänzenden, stark lackierten Seifenoper zu trennen, die ich auf dem Bildschirm gesehen habe“, schrieb Ford in einem Beitrag für das Portal “Air Mail“. Nachdem er den Film gesehen habe, sei er mehrere Tage sehr traurig gewesen, weil es schwer gewesen sei, Humor in etwas zu sehen, was so blutig gewesen sei. „Im wirklichen Leben war nichts davon witzig. Es war bisweilen absurd, aber letztlich war es tragisch.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: Lady Gaga, Adam Driver und Co. – die „House of Gucci“-Stars im Überblick

(mcv/dpa)