"Duell der Magier" mit Nicolas Cage: Ironischer als Harry Potter

"Duell der Magier" mit Nicolas Cage : Ironischer als Harry Potter

Düsseldorf (RP). "Du wirst ein berühmter Zauberer!", verspricht Merlins ehemaliger Lehrling Balthazar Blake dem neunjährigen Dave, einem schüchternen Schüler, der von allen gehänselt wird. So könnte nun ein Film für all jene beginnen, denen die Harry-Potter-Saga inzwischen zu düster, zu komplex, zu erwachsen geworden ist. Tatsächlich entwickelt sich dieses "Duell der Magier" zum ironisch-poppigen Gegenstück der sich sehr ernst nehmenden Hogwarts-Mythologie.

Nach einem Zeitsprung, der zehn Jahre überbrückt, trifft man Dave (Jay Baruchel) als schmalen, blassen und immer noch schüchterner Physikstudenten wieder. Gemeinsam mit Blake (Nicolas Cage) will er dem potenziellen Weltvernichter Horvath (Alfred Molina) das Handwerk legen.

Beide machen aus New York eine Show-Arena, sie schleudern Plasmakugeln, reiten auf stählernen Gargoyles und lassen einen in Chinatown zum Monster mutierten Papierdrachen wüten. Der Film ist an dieser Stelle ein sympathisches, fröhliches Herumlärmen. Wobei Dave sich einerseits willig vom Weltenretter Blake dienstverpflichten lässt, andererseits aber auch mal Dienst einfach Dienst sein lässt, wenn es um ein Date mit der blonden Becky geht.

Charmant wird es auch, wenn er seine noch nicht voll entwickelten magischen Kräfte für private Zwecke (miss-)braucht, etwa um das Gewölbekeller-Labor vor Beckys Besuch aufzuräumen. Das gipfelt in einer netten und computer-choreografierten Hommage an Goethes "Zauberlehrling" ("Und nun komm, du alter Besen!").

Welt-Retten und Becky-Erobern

Aber auch Horvath, der wie ein sinistrer Abgesandter von Old Europe wirkt, kann mit seinem Helfer nicht immer zufrieden sein, er muss mit einem großmäulig punkigen Kerl zaubern, dem der Stil wichtiger scheint als das Ergebnis. Doch zurück zu Dave, der die Disziplinen Welt-Retten und Becky-Erobern am Ende gleichzeitig ausführen muss.

Da schaut man gern zu, wenn auch immer mit dem Bewusstsein, dass der Regisseur Jon Turteltaub ("Das Vermächtnis der Tempelritter") mal wieder einen Fast-Food-Film gedreht hat, der nach dem Konsum wohl keine tiefen Spuren in der Erinnerung hinterlassen dürfte.

Höchstens bei Jungs wie Dave. Denn für all diese Mathe-Physik-Computer-Nerds wird hier Trost und Rat mitgeliefert: Gebt nicht auf, auch ihr habt eine Chance bei den Mädels!

Bewertung: 4 von 5 Sternen

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