Reaktionen auf den neuen Browser Chrome: "Bald werden wir vielleicht Google-Burger essen"

Reaktionen auf den neuen Browser Chrome : "Bald werden wir vielleicht Google-Burger essen"

Düsseldorf (RPO). Es war die Software-Präsentation des Jahres. Der Suchmaschinen-Gigant Google hat seinen neuen Browser Chrome vorgestellt. Die ersten Reaktionen sind unterschiedlich. Die technische Umsetzung wird von Nutzern ausdrücklich gelobt. Sorge macht hingegen die Machtfülle Googles sowie Unsicherheiten beim Datenschutz. Die Resonanz ist dennoch riesig. In den ersten Stunden nach der Veröffentlichung verzeichnete Google mehr als eine Million Downloads.

Schlank, schnell und einfach zu bedienen. Google setzt bei seinem Browser auf die Eigenschaften, die auch die gleichnamige Suchmaschine zum weltweiten Marktführer machten. Kein Schnickschnack, sondern klare Funktionalität, lautet die Losung. Dies stößt bei Nutzern auf viel Gegenliebe. "Google löst sein Markenversprechen ein: Chrome ist brutal einfach, so schlicht wie die Google-Suchseite und schnell", jubelt ein Nutzer des Blogs "Off The record".

Wie die Konkurrenten Firefox und Internet Explorer setzt Chrome auf das so genannte Tab-Browsing. Mehrere Internetseiten lassen sich gleichzeitig in einem Browserfenster öffnen. Chromes Stärke: Stürzt ein Tab ab, können die anderen Seiten weiter genutzt werden. Bei der Konkurrenz hängt sich bei diesem Problem der komplette Browser auf.

Textverarbeitung als Web-Applikation

Der vielleicht größte Meilenstein: Nutzer können Anwendungen wie Textverarbeitung oder Tabellenkalkulation als Web-Applikation direkt im Browser nutzen. Chrome startet diese Programme in einem Fenster ohne lästige Adressleiste oder Linkliste. In Sachen Funktionalität und Design sollen diese Anwendungen Programmen wie "Word" oder "Excel" in nichts nachstehen. Ein direkter Angriff auf Branchenführer Microsoft. Und für Nutzer auf den ersten Blick praktisch.

Für skeptische Reaktionen sorgt hingegen die stetig wachsende Vormachtstellung des Konzerns im Internet. Neben der Suchmaschine bietet Google bereits einen E-Mail-Service sowie die Möglichkeit, online persönliche Dokumente und Bilder zu verwalten. Das Internet wird zunehmend zur Google-Matrix. Und Google damit endgültig zu einem der mächtigsten Unternehmen der Welt.

Frage nach dem Datenschutz

Marit Hansen vom Landeszentrum für Datenschutz in Schleswig Holstein warnt im Gespräch mit unserer Redaktion vor vorschnellen Urteilen. Bisher gibt es nach ihren Angaben keine Anzeichen dafür, dass Chrome anfälliger für Datenklau ist als andere Browser. Zudem biete das Programm einen "Privacy-Modus", der anonymes Surfen ermöglichen soll. Google stellte zudem den Quellcode der Anwendung ins Netz. Kundige Nutzer könnten damit selbst überprüfen, ob Chrome unangenehme Überraschungen bereithält oder nicht, erklärt die Expertin.

Auch Hansen warnt vor einem Google-Monopol. Man stelle sich vor, das Bundesinnenministerium würde ähnliche Anwendungen im Internet anbieten. Mit zahlreichen Downloads sei nicht zu rechnen.

Hier geht es zur Infostrecke: Stimmen zu Chrome