SPD-General in Denver: Hubertus Heil entdeckt das Zwitschern

SPD-General in Denver : Hubertus Heil entdeckt das Zwitschern

Berlin (RPO). Von Hubertus Heil ist man geschliffen-unterkühlte Statements gewohnt. Dies ist nicht unbedingt ein Vorwurf. Als Generalsekretär der SPD ist dies sein Job. Beim Konvent der US-Demokraten in Denver kommt der Polit-Profi jetzt richtig aus sich heraus. Und die Welt liest mit. Bei Twitter.

Berlin (RPO). Von Hubertus Heil ist man geschliffen-unterkühlte Statements gewohnt. Dies ist nicht unbedingt ein Vorwurf. Als Generalsekretär der SPD ist dies sein Job. Beim Konvent der US-Demokraten in Denver kommt der Polit-Profi jetzt richtig aus sich heraus. Und die Welt liest mit. Bei Twitter.

Bei Twitter.com (twittern = zwitschern) plaudern Nutzer über Dinge, die ihnen gerade in den Sinn kommen. Über Dinge, die sie im Moment berichtenswert finden. Teile der Welt mit, was du gerade machst und guck mal, wen es interessiert. So lautet das Motto des Internetdienstes, den immer mehr Menschen für sich entdecken. Heil jedenfalls scheint begeistert von der neuen Technik zu sein.

Der SPD-Politiker nutzt diesen Service dieser Tage in Denver sehr eifrig. Und plaudert einfach so drauf los. "Mdb muetze hat ein skateboard, mdb annen schuh gekauft. Wir koennen jetzt weiterarbeiten..", schreibt er. "Schuhe" wollte Heil wohl zwitschern und mit "mdb annen" dürfte der ehemalige Juso-Boss Nils Annen gemeint sein. Wen genau dies interessieren soll, bleibt unklar.

Interessant hingegen fällt Heils Begeisterung für die Gattin Baracks Obamas auf. "Ted kennedy war super. Der kracher war die rede von michelle obama. Starke frau. Barack soll sie "my rock" nennen."

Super. Kracher. Fast muss man sich wundern, das Heil derartige Sprüche überhaupt kennt. Ansonsten bleiben die Einlassungen dürftig. "Pfarrer hintze ist auch da." tippte Heil in seinen Blackberry. Oder noch kryptischer: "spd: zypris kommt, mdbs annen und muetzenich, jusovors. Drohsel., cdu: hintze, gruene: kuenast und buetikofer, joschka."

Im Netz wird nun heftig gestritten, ob derartige Wortmeldungen im Netz symphatisch oder peinlich sind. Besonders die Heilsche Bewunderung für Michelle Obama lässt den Verdacht aufkeimen, dass der Poltiker nicht weiß, dass Millionen Nutzer seine Ergüsse lesen können.

Wie dem auch sei. Hubertus Heil twittert. Und macht das locker und ziemlich formlos. Vielleicht ist das gut so. Bleibt zu hoffen, dass er etwas von dieser lockeren Art mit in die nächste Pressekonferenz ins Willy-Brandt-Haus nimmt.

(In eigener Sache: Auch RP ONLINE gibt es bei Twitter.)