Hurrikan "Gustav" kommt: Videoblogger berichten aus New Orleans

Hurrikan "Gustav" kommt : Videoblogger berichten aus New Orleans

Washington (RPO). Hurrikan "Gustav" rast auf die US-amerikanische Küste zu. Vor allem New Orleans ist bedroht. Im Internet zeigen Einwohner auf Amateurvideos, wie es derzeit in der Südstaaten-Metropole aussieht. Sie filmen die leeren Straßen, das Unwetter am Horizont, den einsetzenden Regen. Und gehen erstaunlich gelassen mit der Situation um.

Er wolle in seinem Videoblog zeigen, wie die ersten Regenbänder die Stadt erreichen, schildert ein User und schwenkt mit der Kamera Richtung Küste, wo sich dunkle Wolken abzeichnen. Er sei noch geblieben um zu berichten, werde sich aber rechtzeitig in Sicherheit bringen.

Ein anderer fährt mit seinem Moutainbike durch die Straßen, die DigiCam in der rechten Hand am Lenker. Er zeigt sich selbst und die vorbeigleitenden Straßenzüge. Gegen den rauschenden Fahrtwind kommentiert er die gespenstische Szenerie. An und für sich sei es ein schöner Nachmittag, erzählt er. Aber die Straßen seien einsam und verlassen. Niemand ist zu sehen.

Andere Filmer verzichten auf Worte. Sie lassen die wackelnden Bilder für sich sprechen. "Here comes the rain", sagt eine Frauenstimme. Mehr nicht. Nach und nach setzt der Regen ein, bis nur noch ein Rauschen und Prasseln zu hören ist.

Unter den Videos reihen sich die Kommentare. Viele User äußern sich zu dem Video eines Einwohners, der dem Sturm trotzen und in der Stadt bleiben will. Begründung: Er sei seit seiner Kinderheit nie vor etwas weggelaufen. Der Hurrikan werde New Orleans zudem weiter wetslich treffen. "Wie kann man so dumm sein?", schreibt ein User darunter.

Die Warnungen sind ernst

Die US-Katastrophenschutzbehörde FEMA geht davon aus, dass Hurrikan "Gustav" bei seinem Auftreffen auf die Golfküste am Montag ein "katastrophaler Sturm" sein wird. Es stünden aber genügend Nahrungsmittel, Wasser, Eis und andere Vorräte für eine Million Betroffene in den kommenden drei Tagen bereit, sagte FEMA-Vizedirektor Harvey Johnson. Das Auge des Wirbelsturms ziehe zwar vermutlich westlich an New Orleans vorbei, doch werde die Brandung in seinem Gefolge voraussichtlich Dämme brechen lassen und die Stadt zumindest teilweise unter Wasser setzen. In Louisiana hätten sich rund zwei Millionen Menschen ins Hinterland in Sicherheit gebracht, bis zu 10.000 seien aber in New Orleans zurückgeblieben.

Kurz bevor er westlich von New Orleans Land erreichen sollte, wurde "Gustav" indes zum Hurrikan der Kategorie 2 herabgestuft. Die US-Katastrophenschutzbehörde FEMA bleibt jedoch bei ihrer Einschätzung, dass "Gustav" bei seinem Auftreffen auf die Golfküste ein "katastrophaler Sturm" sein wird. Es stünden aber genügend Nahrungsmittel, Wasser, Eis und andere Vorräte für eine Million Betroffene in den kommenden drei Tagen bereit, sagte FEMA-Vizedirektor Harvey Johnson.

Mit Wind und heftigem Regen haben am Montag bereits erste Ausläufer von Hurrikan "Gustav" die Südspitze des US-Staates Louisiana erreicht. Insgesamt verließen allein in Louisiana fast zwei Millionen Menschen die Küste und harrten in Hotels und Notunterkünften aus. Zehntausende weitere Menschen brachten sich in den Nachbarstaaten Mississippi, Alabama und Texas in Sicherheit.

In New Orleans war jeder verfügbare Polizist im Einsatz, die Beamten hielten Ausschau nach Plünderern. Erst wenn die Notrufe eingingen, wisse man, wie viele Menschen in der Stadt zurückgeblieben seien, sagte Polizeichef Warren Riley.

Auftreffen westlich der Stadt

Um 7 Uhr (Ortzeit) befand sich "Gustavs" Zentrum rund 137 Kilometer südlich von New Orleans. Gemessen wurden Windböen mit einer Geschwindigkeit von 185 Kilometern pro Stunde.

Der Hurrikan sollte nach den Berechnungen westlich von New Orleans auf Land treffen. In diesem Fall bekäme die Stadt zwar viel Regen ab, und auch Tornados wären möglich, allerdings wäre die Brandung nicht so hoch wie bei einem direkten Auftreffen auf die Stadt. Wenn die Meteorologen Recht behalten, muss New Orleans mit Wellen von 1,80 Meter rechnen. Während des Hurrikans "Katrina" waren die Wellen 7,60 Meter hoch.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Videoblogger berichten aus New Orleans

(ap)