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Teuerung bei Lebensmitteln​: Aldi erhöht Preis für Milch massiv​

Lebensmittelpreise : Aldi macht die Milch deutlich teurer

In Deutschland geraten die Milchpreise wieder in Bewegung. Der Discounter Aldi erhöhte am Freitag den Preis für einen Liter Vollmilch der Eigenmarke Milsani um 17 Cent auf 1,09 Euro. Die Biomilch wird sogar noch deutlich teurer.

Das teilte eine Unternehmenssprecherin im Namen von Aldi Nord und Aldi Süd mit. Der Preis für einen Liter Biomilch mit 1,5 Prozent Fett stieg gar um 54 Cent auf 1,59 Euro. Bio Vollmilch der Eigenmarke Gut Bio kostet bei dem Discounter künftig 1,69 Euro pro Liter.

Aldi müsse die gestiegenen Kosten weitergeben, hieß es. Entspanne sich die Situation am Markt wieder, so werde man Preisvorteile umgehend in den Verkaufspreisen berücksichtigen. Der Schritt von Aldi dürfte auch Auswirkungen auf große Teile des übrigen Handels haben. Denn nach wie vor orientieren sich viele Wettbewerber gerade im Preiseinstiegsbereich an dem Erfinder des Discounts.

Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka kündigte bereits an: „Auch wir werden die Preise für einige Milch- und Molkereiprodukte in den kommenden Tagen an die neue Marktsituation anpassen. In welcher Höhe, steht aktuell noch nicht fest und kann je nach Produkt unterschiedlich sein.“

Die Landwirte und die Milchindustrie klagten zuletzt wiederholt über die massiv gestiegenen Kosten für Energie, Futter und Düngemittel und begründeten damit die Forderungen nach höheren Preisen.

Im am Freitag veröffentlichten ZDF-„Politbarometer“ gaben 40 Prozent der befragten Bürger an, dass ihnen die Inflation persönlich große Probleme bereitet, Anfang April war das erst bei 34 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fall gewesen.

83 Prozent der Befragten glauben außerdem, dass der starke Preisanstieg den Wohlstand in Deutschland gefährdet, nach 73 Prozent Anfang April. Drei von fünf (61 Prozent) halten die politischen Maßnahmen zur Entlastung für nicht ausreichend, nur 6 Prozent gehen diese zu weit.

Ein Haupttreiber der Inflation sind die hohen und weiter steigenden Preise für Energie, unter anderem wegen des Kriegs in der Ukraine und der damit verbundenen Unsicherheiten bei der Gas- und Ölversorgung. Im Juni war Energie nach Angaben des Statistischen Bundesamts 38 Prozent teurer als im Vorjahresmonat. Nach einer Yougov-Umfrage machen sich 71 Prozent der Menschen in Deutschland deswegen finanzielle Sorgen.

Deutlich teurer geworden sind zuletzt auch Lebensmittel, im Juni stiegen die Preise dafür laut Statistischem Bundesamt um 12,7 Prozent. Diese Entwicklung dürfte sich in den kommenden Wochen und Monaten fortsetzen: Wie das Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo am Freitag auf Basis einer Umfrage mitteilte, will fast jeder Händler für Nahrungs- und Genussmittel seine Preise erhöhen.

Die Umfrage zum Politbarometer wurde vom 28. bis zum 30. Juni von der Forschungsgruppe Wahlen unter 1186 in Deutschland Wahlberechtigten durchgeführt.

(felt/dpa)