1. Wirtschaft
  2. Unternehmen

Preis des harten Wettbewerbs: Telekom erleidet Gewinneinbruch

Preis des harten Wettbewerbs : Telekom erleidet Gewinneinbruch

Bonn (RPO). Gewinneinbruch bei der Deutschen Telekom: Der harte Wettbewerb in den USA und Probleme in Osteuropa haben dem Bonner Telekommunikationsriesen den Start ins neue Jahr verdorben. Der Konzernüberschuss brach um 43,3 Prozent auf 480 Millionen Euro ein. Der Umsatz ging um 3 Prozent auf 14,6 Milliarden Euro zurück.

"Die Zahlen zum ersten Quartal lassen erkennen, dass weitere Herausforderungen auf uns warten", sagte Konzernchef René Obermann bei der Präsentation der Quartalszahlen am Freitag in Bonn.

Ein Sorgenkind des Konzerns ist nach wie vor die amerikanische Tochter T-Mobile USA, die an AT&T verkauft werden soll. Ohne attraktive Angebote wie das iPhone verliert sie Kunden an die Konkurrenz und verzeichnete im ersten Quartal zweistellige Gewinnrückgänge. In Osteuropa - vor allem in Griechenland und Rumänien - machen dem Konzern außerdem die anhaltende Wirtschaftskrise, aber auch die harten regulatorischen Rahmenbedingungen zu schaffen.

Etwas besser lief es für die Telekom auf dem deutschen Heimatmarkt. Zwar sorgte auch hier die von der Regulierungsbehörde angeordnete Senkung der Gebühren für Gespräche anderer Anbieter ins T-Mobile-Netz und der weitere Rückgang des traditionellen Festnetzgeschäftes für Umsatzeinbußen von mehr als 3 Prozent. Doch gelang es dem Konzern dennoch, sein operatives Ergebnis um 3,7 Prozent zu steigern.

Mobiles Internet boomt

Als Hoffnungsträger für die Telekom erwies sich erneut das mobile Internet mit einem Umsatzwachstum von 32 Prozent. Fast 60 Prozent der in Deutschland verkauften Handys seien inzwischen Smartphones, sagte Obermann. Allein vom iPhone verkaufte das Unternehmen im ersten Quartal 300.000 Stück.

Deutliche Kundenzuwächse verzeichnete der Konzern auch für sein Internet-TV-Angebot Entertain. Auch der IT-Dienstleister T-Systems blieb auf Wachstumskurs. Der Auftragseingang der Telekom-Tochter stieg in den ersten drei Monaten dieses Jahres um über 20 Prozent. Diese und andere Wachstumsfelder abseits des traditionellen Netzgeschäfts sollen nach dem Willen Obermanns 2015 rund die Hälfte des Konzernumsatzes ausmachen.

Trotz der zu erwartenden Milliardeneinnahmen aus dem Verkauf von T-Mobile USA, der laut Obermann zur Jahresmitte 2012 abgeschlossen sein soll, plant der Konzern keine Großakquisitionen. Kleinere Zukäufe etwa von Internetdienstleistern seien aber durchaus vorstellbar.

  • Kooperation erwartet : Deutsche Post und Vodafone arbeiten zusammen
  • Mehr Gehalt für alle Beschäftigten : Einigung im Telekom-Tarifkonflikt
  • Nach US-Flop : Telekom vergeht die Lust aufs Abenteuer

"Die Weichen sind auf Erneuerung des Konzerns gestellt und diesen Weg werden wir konsequent fortsetzen", sagte Obermann. Der geplante Verkauf von T-Mobile USA markiere für das Unternehmen den Beginn einer neuen Ära.

Trotz des schwachen Starts ins Jahr 2011 bestätigte das Unternehmen seinen Ausblick für das Gesamtjahr. Die Deutsche Telekom erwartet demnach unverändert ein bereinigtes Vorsteuerergebnis von 19,1 Milliarden Euro. Darin enthalten ist ein Beitrag der T-Mobile USA von 5,5 Milliarden Dollar.

(DAPD)