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Mehr Gehalt für alle Beschäftigten: Einigung im Telekom-Tarifkonflikt

Mehr Gehalt für alle Beschäftigten : Einigung im Telekom-Tarifkonflikt

Berlin (RPO). Nach monatelangem Ringen haben sich die Deutsche Telekom und die Gewerkschaft Verdi auf einen neuen Tarifabschluss für die 60.000 in Deutschland Beschäftigten des Bonner Konzerns geeinigt. In Schlichtungsverhandlungen, die vom ehemaligen Hamburger Bürgermeister Henning Voscherau geleitet wurden, wurde vereinbart, dass die Gehälter ab 1. April um 3,15 Prozent steigen, wie die Telekom und Verdi am Samstag miteilten.

Der Tarifvertrag laufe bis Ende Januar 2012. Da es für die ersten drei Monate 2011 keine Erhöhung gebe, betrage der tatsächliche Lohnzuwachs in diesem Jahr lediglich 2,25 Prozent. Die Beschäftigen der Telekom-Service-Gesellschaften - insgesamt rund 27.000 Menschen - erhalten zusätzlich noch eine Lohnerhöhung von zwei Prozent. Sie hatten in den vergangenen Jahren allerdings auch weniger Geld bekommen.

Einigen konnten sich die Kontrahenten auch in einem weiteren wichtigen Punkt. Der Kündigungsschutz für die Mitarbeiter der Telekom Deutschland GmbH und Telekom AG werde um zwei Jahre bis Ende 2012 verlängert. Für die Service-Töchter bleibe es beim bestehenden Kündigungsschutz bis 2013.

Telekom und Verdi zufrieden

Beide Seiten zeigten sich zufrieden mit dem Kompromiss. "Es gibt anständige Lohnerhöhungen statt Nullrunden mit Reallohnverlust", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Lothar Schröder, der gleichzeitig auch im Aufsichtsrat des Telefon-Konzerns sitzt. Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger verbuchte den Abschluss als vollen Erfolg für sein Unternehmen: "Wir haben das Forderungsvolumen von Verdi mehr als halbiert." Die Mehrkosten, die nun auf die Telekom zukommen, hielten sich in Grenzen.

Verdi und die Telekom hatten seit Beginn des Jahres um einen neuen Tarifabschluss gerungen. Zahlreiche Warnstreiks, an denen insgesamt 85.000 Telekom-Angestellte teilnahmen, hatten die Verhandlungen begleitet. Die Gewerkschaft verlangte eine Entgelterhöhung von 6,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten, die Telekom stellte dagegen lediglich ein Lohnplus von knapp 2,2 Prozent über 24 Monate in Aussicht. Nachdem auch die vierte Verhandlungsrunde vor drei Wochen gescheitert war, gingen beide Parteien in die Schlichtung. Die Tarifgremien von Verdi und der Telekom müssen dem Kompromiss noch absegnen - das gilt aber als unstrittig. Insgesamt zählt der Dax-Konzern in Deutschland gut 100.000 Mitarbeiter, 40.000 davon Beamte.

(apd/awei)