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Preis pro Arbeitsstunde stark gestiegen: Deutsche Arbeitskosten deutlich über EU-Schnitt

Preis pro Arbeitsstunde stark gestiegen : Deutsche Arbeitskosten deutlich über EU-Schnitt

Die Arbeitskosten sind in Deutschland in den vergangenen beiden Jahren erstmals seit der Jahrtausendwende stärker gestiegen als im europäischen Durchschnitt. Insgesamt liegt Deutschland aber auf Rang acht - noch teurer sind etwa Schweden oder Frankreich.

2012 lagen die Arbeitskosten hierzulande um 32 Prozent höher als im EU-Schnitt, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Die Arbeitgeber zahlten demnach im vergangenen Jahr im Schnitt 31,00 Euro für eine geleistete Arbeitsstunde.

Innerhalb der EU lag das deutsche Arbeitskostenniveau laut Statistik auf Rang acht - mehr für die Arbeitsstunde mussten demnach Arbeitgeber etwa in Schweden, Dänemark, Frankreich und den Niederlanden zahlen, weniger in Österreich, Italien, Großbritannien oder Spanien. Am günstigsten war der Preis für eine Arbeitsstunde demnach mit 3,70 Euro in Bulgarien. Schweden war das Land mit den höchsten Arbeitskosten - hier zahlten Arbeitgeber im Schnitt 41,90 Euro pro Stunde.

Im verarbeitenden Gewerbe, in dem der internationale Wettbewerb besonders stark ausgeprägt ist, kostete eine Arbeitsstunde in Deutschland im vergangenen Jahr im Schnitt 35,20 Euro, wie die Statistiker weiter mitteilten. Hier lag Deutschland demnach auf Rang fünf. Eine Stunde Arbeit in der Industrie war demnach 47 Prozent teurer als im EU-Durchschnitt, aber drei Prozent billiger als in Frankreich.

Arbeitskosten setzen sich aus Bruttoverdiensten und Lohnnebenkosten zusammen. 2012 zahlten die Arbeitgeber der Privatwirtschaft in Deutschland auf 100 Euro Bruttoverdienst 27 Euro Lohnnebenkosten, wie die Statistiker erklärten. Damit lagen die Lohnnebenkosten in Deutschland unter dem EU-Durchschnitt von 32 Euro. Die höchsten Lohnnebenkosten fallen demnach mit 51 Euro in Schweden und 50 Euro in Frankreich an, die niedrigsten in Malta mit 10 Euro.

(AFP/jre)