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Tom Brady: NFL-Comeback nach nur 40 Tagen verkündet

„Unfinished business“ : Brady verkündet nach nur 40 Tagen NFL-Comeback

Tom Brady will es doch noch mal wissen. Sechs Wochen nach seinem Abschied aus der NFL gibt der erfolgreichste Football-Profi der Geschichte seine Comeback-Pläne bekannt – und erfreut die Tampa Bay Buccaneers damit ebenso wie Football-Fans in Deutschland.

Ganze 40 Tage hat es Footballstar Tom Brady als Sport-Rentner ausgehalten – und dann sein Comeback in der NFL angekündigt. „In den vergangenen beiden Monaten habe ich festgestellt, dass mein Platz noch immer auf dem Feld ist und nicht auf der Tribüne“, schrieb der mit sieben Super-Bowl-Siegen erfolgreichste Profi der Geschichte auf seinen Social-Media-Kanälen.

Er werde eine weitere Saison für die Tampa Bay Buccaneers spielen, mit denen er vor zwei Jahren den Super Bowl gewann und vor zwei Monaten am späteren Sieger Los Angeles Rams scheiterte. „We have unfinished business“, schrieb der 44-Jährige. Das heißt so viel wie: Es gibt noch was zu erledigen.

Schon am Samstag beim Besuch in Manchesters Old Trafford hatte Brady im Plausch mit Cristiano Ronaldo auf dem Rasen kurz vielsagend das Gesicht verzogen, als der Fußball-Superstar ihn fragte: „Du bist fertig, oder?“ Da wusste Brady wohl schon, was er einige Stunden später der Welt mitteilen wollte.

Nicht nur in den USA, auch in Deutschland dürfte es Jubel gegeben haben bei allen Fans, die die Nachricht vor dem Schlafengehen noch mitbekommen haben: Die Tampa Bay Buccaneers stehen bereits als eines der beiden Teams fest, die im Herbst in München das erste NFL-Spiel in Deutschland bestreiten. Wann genau und gegen wen ist noch offen, Brady aber wird nun wohl dabei sein und die Aufregung um das Spiel noch mal massiv vergrößern.

„Einen besseren Start für reguläre Saisonspiele der NFL in Deutschland hätten sich die Fans nicht wünschen können“, sagte NFL-Deutschlandchef Alexander Steinforth. „Bis bald in München“, twitterte Bayern-Profi Thomas Müller voller Vorfreude.

Wie konkurrenzfähig die Mannschaft sein wird, mit der Brady zum achten Mal in seiner Karriere den Super Bowl gewinnen will – und nichts anderes wird das Ziel sein – ist allerdings unklar. Ob sein Kumpel Rob Gronkowski seine Karriere fortsetzt und weiter in Tampa spielt, ist ebenso offen wie die Frage, wie die Bucs die zahlreichen anderen ablösefreien Profis für eine weitere Saison an sich binden wollen. Laut ESPN ist der Kader schon elf Millionen US-Dollar teurer im Unterhalt, als es die Regeln erlauben. Sicher als Mitspieler hat Brady aber die Passempfänger Mike Evans und Chris Godwin.

Ab dem 16. März dürfen die Teams offiziell Spieler unter Vertrag nehmen, die unverhoffte Klarheit auf der wichtigsten Position hilft den Bucs ganz sicher. „Da diese Entscheidung nun getroffen ist, werden wir unsere Pläne vorantreiben und den Kader für einen weiteren Weg zum Titel nachladen“, kündigte Manager Jason Licht an. Details zur Vertragslage Bradys gab es zunächst nicht. Es war unklar, wie die Bucs mit dem vor einem Jahr unterschriebenen Kontrakt umgehen.

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Dass Brady sportlich noch immer zu den absolut Besten zählt und sein Alter ihn zwar langsamer, aber nicht weniger gefährlich gemacht hat, bewies er in der vergangenen Saison. Niemand in der Liga hatte so viele Pass-Yards (5316), Touchdown-Pässe (43), erfolgreiche Pässe (485) und Passversuche (719) wie der aus Kalifornien stammende Musterprofi. In all diesen Kategorien hält er zudem den jeweiligen NFL-Rekord.

„Er spielt noch immer auf Meisterschaftslevel und war so produktiv wie niemand sonst in der Liga in der vergangenen Saison“, sagte Trainer Bruce Arians und sprach davon, „begeistert“ zu sein.

Bradys Arbeitsmoral und Disziplin sind legendär in der Liga und übertreffen wohl sogar noch die von Ronaldo, bei dessen Rekordspiel er zu Gast war. Sowohl der Premier-League-Club als auch die Buccaneers sind in Besitz der Glazer-Familie, die womöglich schon am Samstag von Bradys Plänen erfuhr.

Dabei hatte er am 1. Februar bei seiner Rücktrittserklärung noch argumentiert, nicht mehr die notwendige hundertprozentige Hingabe aufbringen zu wollen. Anstelle der vielen Stunden auf dem Trainingsplatz, auf Reisen und im Fitnessstudio wollte er seine Zeit etwa mit seiner Frau Gisele Bündchen und seinen drei Kindern Jack, Benny und Vivi verbringen.

Doch seine „unterstützende Familie“ tauchte in der Erklärung ebenso auf wie die Liebe zu seinen Teamkollegen. Die Liebe für Siege, Erfolge und Rekorde erwähnte Brady nicht explizit. Musste er auch nicht.

(lonn/dpa)