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EM 2020: Handballer erholen sich von Roter Karte und vergessenem Namen

Rote Karte und vergessener Namen : Handballer erholen sich von kuriosem EM-Auftakt

„Äh, äh, wie heißt du?“: Dass der Handball-Bundestrainer offenbar den Namen seines Rechtsaußen vergaß, sorgte für Verwunderung. Beim EM-Auftaktsieg gegen die Niederlande gab es weitere kuriose Szenen. Gegen die Spanier ist der Kapitän trotz Roter Karte aber dabei.

Den Namen seines Spielers Timo Kastening dürfte Handball-Bundestrainer Christian Prokop längst wieder im Kopf haben. Es ist zumindest nicht davon auszugehen, dass der Rechtsaußen der TSV Hannover-Burgdorf im enorm bedeutsamen zweiten EM-Gruppenspiel der DHB-Auswahl am Samstag (18.15 Uhr/ARD) gegen Spanien mit einem Namensschild am Trikot auflaufen wird. „Äh, äh, wie heißt du?“, hatte Prokop den verdutzten 24-Jährigen während einer Auszeit beim 34:23-Auftaktsieg in Trondheim gegen die Niederlande gefragt. Das sei nur ein Spaß gewesen, erklärte der Bundestrainer später. Weniger Spaß dürfte ihm aber die Rote Karte von Uwe Gensheimer bereitet haben.

Mit dem offenbar vergessenen Namen von Kastening habe er „Auflockerung reinbringen“ wollen, so dass die Mannschaft mal reagieren müsse. Grund dafür war ein zunächst über lange Strecken fahriger Auftritt in Trondheim - was auch mit dem Platzverweis von Gensheimer zu tun hatte. „Das hat ein bisschen Unruhe reingebracht“, gab Prokop zu. Mitte des ersten Durchgangs hatte der 33-Jährige dem niederländischen Keeper Bart Ravensbergen einen Siebenmeter mitten ins Gesicht geworfen. Nach Ansicht der Videobilder entschieden die Unparteiischen auf Rot. Gesperrt für die Partie gegen Titelverteidiger Spanien ist der 33-Jährige deswegen aber nicht.

Fehlen wird bei dem Spiel aber ZDF-Moderator Yorck Polus, der wie Ravensbergen ebenfalls einen Kopftreffer kassiert hatte. Da das Spiel gegen die Spanier von der ARD übertragen wird, hat Polus am Samstag Pause - und muss sich nicht vor den Würfen von Rückraumspieler Fabian Böhm fürchten. Dieser hatte Polus beim Aufwärmen unabsichtlich den Ball an den Kopf geworfen, so dass dieser kurz aus dem Bild taumelte, sich aber schnell fing und anschließend souverän weiter moderierte. „Im ersten Moment wusste ich nicht, was war. Zum Glück hatte ich Körperspannung, ansonsten…“, scherzte der 49-Jährige in der „Bild“. „Fabian Böhm hat sich gleich bei mir entschuldigt. Das war sicher keine Absicht.“

Aber auch wenn sich Polus gut erholt hat, übernimmt gegen die Iberer sein ARD-Kollege Alexander Bommes die Moderation. Um gegen den Titelverteidiger zu bestehen, müssen die Würfe der DHB-Auswahl aber nicht nur beim Aufwärmen, sondern vor allem während der 60 Minuten präziser werden. Gegen die Niederländer haperte es lange im Angriffsspiel, auch die Abwehr zeigte noch nicht durchgängig ihr unbestritten hohes Niveau. „Wir müssen eine Top-Leistung bringen gegen den aktuellen Europameister“, sagte Prokop. „Für die Mannschaft ist es jetzt wichtig, sich zu erholen.“ Auch von vergessenen Namen, Kopftreffern und einer Roten Karte.

(eh/dpa)