Fortuna Düsseldorf: Friedhelm Funkel hat guten Eindruck von Thomas Röttgermann

Funkel spricht über Röttgermann : „Haben einen Mann gefunden, der anpackt“

Bei der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Mainz am Ostersamstag (15.30 Uhr) hat sich Fortunas Trainer Friedhelm Funkel erstmals zum neuen Vorstands-Chef geäußert. Sein erster Eindruck ist positiv.

Am vergangenen Sonntag wollte Friedhelm Funkel zu den Querelen im Verein lieber nichts sagen. Auch jetzt hält sich Fortunas Trainer mit Aussagen zur Trennung von Vorstands-Chef Robert Schäfer zurück. Der 65-Jährige will lieber über Fortunas Zukunft sprechen. Und zu der gehört Thomas Röttgermann, der seit Dienstag dem höchsten operativen Klub-Gremium vorsteht.

„Wir haben uns ganz kurz getroffen“, sagt Funkel zur ersten Begegnung mit dem 58-jährigen Westfalen am Dienstag. „Wir waren erst in der Trainerkabine und sind dann zur Mannschaft gegangen. Dort hat er ein paar Worte gesagt. Das war wirklich positiv.“ Der Trainer hat den Eindruck, dass der Klub einen entschlossenen Arbeiter eingestellt hat. „Ich glaube, dass wir mit ihm einen Mann gefunden haben, der anpackt und der bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. Das ist ganz wichtig. Und er schätzt Fortuna richtig ein.“

Dass der Familienzweig von Röttgermanns Frau eingefleischte Fortunen sind, bewertet Funkel zudem als Gewinn: „Wenn das alles Fortuna-Anhänger sind, ist das mit Sicherheit vorteilhaft, weil man emotionaler am Verein hängt. Er hat aber – glaube ich – auch einen klaren Kopf, um Entscheidungen ohne Emotionen zu fällen.“

Röttgermann hatte bei seiner Vorstellung gesagt: „Auch aus familiären Gründen hatte ich den Klub auf dem Zettel – die Familie meiner Frau, die aus Neuss stammt, besteht im Wesentlichen aus heißen Fortuna-Fans. Mein Sohn hat das sagenumwobene 4:0 auf Schalke nicht nur mitgemacht, sondern auch einen Kinnhaken eines Schalkers einstecken müssen, weil er seinen rot-weißen Schal im falschen Moment gezeigt hat. Daher hatte ich in den letzten Jahren stets persönliche und räumliche Nähe zum Club.“

Zu Röttgermanns ersten Aufgaben in der Anfangszeit sagt Funkel: „Er wird jetzt erst einmal sehr viel damit zu tun haben, alles auf der Geschäftsstelle kennenzulernen. Bei uns im sportlichen Bereich ist derzeit alles in Ordnung, deshalb brauch er sich um uns gar nicht so viel zu kümmern. Er weiß, dass bei uns da unten alles in guten Händen ist. Das hat also Zeit. Der sportliche Bereich ist derzeit – Gott sei dank – der angenehmste.“

Weniger angenehm war, dass die Trennung von Schäfer die Klassenerhaltsfeier am vergangenen Wochenende überschattet hat. Zu den Gründen des Wechsels an der Spitze äußert sich Funkel aber weiterhin nicht: „Der Aufsichtsrat hat ja schon nichts dazu gesagt, also kann ich natürlich noch weniger sagen. Und das will ich auch nicht.“

Für Funkel ist nur wichtig, dass er nun in Ruhe zusammen mit Sportvorstand Lutz Pfannenstiel und Kaderplaner Uwe Klein die kommende Saison vorbereiten kann. „Wir konzentrieren uns auf den sportlichen Bereich. Das wird ganz wichtig in den nächsten Wochen und Monaten“, sagt Funkel. „Es wird sich sicherlich etwas innerhalb der Mannschaft verändern. Das im Moment noch nicht absehbar. Wir wissen noch nicht, wer uns verlässt und wer bleibt. Da kommt viel Arbeit auf uns zu. Wir werden den ein oder anderen Spieler gut ersetzen müssen. Damit haben wir Arbeit genug.“

Wie groß der Umbruch dann wird, kann Funkel aber noch nicht einschätzen. „Ich weiß es definitiv nicht“, sagt der gebürtige Neusser. „Weder ein Spieler noch sonst irgendwer ist bisher mit Abschiedswünschen an uns herangetreten.“

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