Fortuna Düsseldorf: Das ist der neue Vorstandschef Thomas Röttgermann

Vorstandschef Thomas Röttgermann : So tickt Fortunas neuer starker Mann

Thomas Röttgermann führt ab Dienstag den Vorstand von Fortuna Düsseldorf und löst damit Robert Schäfer ab. Der ehemalige Mitarbeiter von Borussia Mönchengladbach gilt als geradlinig und kreativ.

Der Führungswechsel auf operativer Ebene bei Fortuna Düsseldorf ist vollzogen. Schon ab Dienstag hält der 58-jährige Thomas Röttgermann  als Vorstandvorsitzender die Zügel des Fußball-Bundesligisten in der Hand. Der Klub bestätigte die Verpflichtung, die unsere Redaktion bereits am Samstag exklusiv angekündigt hatte. „Mit Thomas Röttgermann haben wir eine Persönlichkeit für uns gewinnen können, die über große Erfahrung und Professionalität verfügt. Zugleich weiß er, wie ein Verein funktioniert und wie wichtig Verlässlichkeit sowie Zusammenhalt für die Fortuna sind“, ließ Fortunas Aufsichtsratsvorsitzender Reinhold Ernst mitteilen.

Der ehemalige Vorstandschef Robert Schäfer scheide sofort aus dem Vorstand aus.  Die Gespräche über eine einvernehmliche Beendigung des bis Ende Juni 2021 laufenden Vertrages, der erst im vergangenen August verlängert worden war, würden fortgesetzt.

Im Zuge des personellen Austauschs an der Spitze des Gremiums erweitert Fortuna ihren Vorstand zudem um einen weiteren Posten: Christian Koke wird neuer Marketingvorstand (unsere Redaktion berichtete bereits im Februar exklusiv). Der 45-Jährige war bis vor kurzem Verlagsleiter beim Girardet Verlag.  Davor war Koke unter anderem Abteilungsleiter bei der sportAgentur Düsseldorf GmbH und für das Marketing und Sponsoring beim ehemaligen American-Football-Klub Rhein Fire zuständig. Neben Röttgermann und Koke sitzen noch die Sportvorstände Lutz Pfannenstiel (hauptamtlich) und Erich Rutemöller (ehrenamtlich) im Gremium.

Fußball-Manager Klaus Allofs beglückwünschte seinen Ex-Klub, für den er zwischen 1975 und 1981 in 201 Spielen auflief, zur Verpflichtung von Röttgermann: „Das ist eine sehr gute Wahl von Fortuna“, sagte der 62-Jährige. Allofs arbeitete von November 2012 bis Dezember 2016 mit Röttgermann als Geschäftsführer-Duo beim VfL Wolfsburg zusammen. „Es war eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit. Wir haben viele Dinge beim VfL vorangetrieben. Thomas hat auch geholfen, den VfL international breiter aufzustellen“, sagte Allofs, dessen Vertrag in Wolfsburg noch bis Ende Juni läuft. Allofs selbst war kein Kandidat bei der Suche nach einem neuen Fortuna-Vorstands-Chef.

Röttgermann, der wohl schon am Dienstag offiziell vorgestellt wird, ließ mitteilen: „Die Fortuna ist ein ganz besonderer Klub, in dem Tradition, Faszination und Unverwechselbarkeit zusammenkommen. Die großartigen Möglichkeiten, eine gute Rolle im deutschen Fußball zu spielen, sind offensichtlich – mit der Landeshauptstadt und ihren Bürgern an der Seite sowie einer einmaligen Fanszene im Rücken.“

Röttgermann studierte Publizistik, Politikwissenschaft und Soziologie an der Universität in Münster, ehe er 1988 im Fußballgeschäft einstieg. Zunächst war er Marketingmanager beim  damaligen Zweitligisten Preußen Münster, später bei Borussia Mönchengladbach. 1997 wechselte er als Geschäftsführer zum europaweit führenden Sportrechtehändler Ufa Sports (später Sportfive).

Im März 2010 übernahm er schließlich das Amt des Geschäftsführers beim Bundesligisten VfL Wolfsburg. Bis Juni 2017 war er dort vor allem für den Bereich Marketing verantwortlich. Zudem engagierte er sich auch für das Frauen-Bundesligateam der Wölfe.

Ehemalige Mitarbeiter beschreiben den zweifachen Familienvater als sehr akribischen Arbeiter, der seine Ziele klar formuliert und sie dann auch mit Nachdruck durchsetzt. Zudem sei er sehr perfektionistisch veranlagt und immer auf der Suche nach strukturellen Verbesserungen. Kreative Ideen, wie die bereits eingeführte Fortuna-DNA seien genau nach seinem Geschmack.

Weggefährten sehen in ihm in Düsseldorf den richtigen Mann am richtigen Ort, der beide Seiten des Geschäfts kennt und sowohl bei der Vermarktung als auch im Bereich Strategie und Entwicklung reichlich Erfahrung hat. Röttgermann sei sehr geradlinig und würde auch unangenehme Themen sofort ansprechen, kämpfe aber immer fair und mit offenem Visier. Er sei der richtige Mann, um einen Traditionsverein in der modernisierten Fußballwelt zu leiten.

Röttgermann war auch federführend bei der Errichtung des VfL-Campus in Wolfsburg, der ersten privaten Hochschule eines Bundesliga-Klubs mit staatlich anerkannten Abschlüssen. Direkt in den Räumlichkeiten des Vereins können Studierende Bachelor- und Master-Abschlüsse machen. Zudem gibt es eine Weiterbildung in Fußball-Managament.

(erer)
Mehr von RP ONLINE