Fortuna Düsseldorf: Kommentar zum Einstand von Thomas Röttgermann

Kommentar zu Fortunas neuem Vorstands-Chef : Röttgermann muss den Klub einen

Fortunas neuer Vorstands-Chef hat seinen Dienst begonnen. Thomas Röttgermann ist nun gefordert, die Unruhe im Verein schnell zu beseitigen. Ein Kommentar.

Thomas Röttgermann kommt in einen Verein, der sich in einer seltsamen Gemengelage befindet. Trotz sportlichen Erfolgs herrscht große Unruhe. Der immer heftiger werdende Streit zwischen dem Aufsichtsrat mit seinem Vorsitzenden Reinhold Ernst und dem ehemaligen Vorstands-Chef Robert Schäfer sowie die daraus resultierende Trennung haben Spuren hinterlassen. Ausgerechnet der Moment von Fortunas größtem Erfolg seit mehr als zwei Jahrzehnten, dem Klassenerhalt in der Bundesliga, durfte nicht ausgelassen gefeiert werden, sondern bekam einen faden Beigeschmack.

Röttgermann hat zunächst nur eine Aufgabe: die verschiedenen Strömungen im Verein schnell erkennen, entstandene Gräben zuschütten und den Klub auf und zwischen allen Ebenen wieder einen. Der 58-Jährige sagt von sich, dass er es schafft, Leute mitzunehmen, zu motivieren und zu Höchstleistungen zu bringen. Ein Führungsmerkmal, das seinem Vorgänger abgesprochen wurde.

Röttgermann hat seine persönliche Erfolgsformel bei der Vorstellung überzeugend dargeboten, ohne dabei große Versprechungen für die Zukunft abzugeben. Seine Herangehensweise klingt schlüssig und passend für den Klub.

Der Neue wird sich daran messen lassen müssen, die unter Schäfers Führung entstandenen erfolgreichen, professionellen Strukturen des Vereins weiter auszubauen, dabei aber eine Komponente nicht zu vernachlässigen, nach der sich die Fortuna-Seele stets sehnt: Menschlichkeit.

Gelingt Röttgermann dieser Spagat zusammen mit der angedachten Erhöhung des Eigenkapitals durch neue Vermarktungs- und Sponsoringdeals ist zumindest die Basis  für weiteren sportlichen Erfolg geschaffen.

Interessant wird zudem zu beobachten sein, inwieweit der Aufsichtsrat mit Reinhold Ernst an der Spitze den neuen starken Mann aus Westfalen autark arbeiten lässt und sich satzungsgemäß aus den operativen Vorgängen heraushält.

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