Fortuna Düsseldorf: Reinhold Ernst äußert sich zur Trennung von Robert Schäfer

„Wollen keine schmutzige Wäsche waschen“ : Ernst äußert sich zu Schäfer-Trennung

Bei der Vorstellung von Thomas Röttgermann äußert sich Fortunas Aufsichtsratsvorsitzender erstmals etwas ausführlicher zu den Gründen der Trennung von Robert Schäfer.

Mit schnellen Schritten gehen Reinhold Ernst und Thomas Röttgermann die Treppen vom Vorstandsbüro in der Düsseldorfer Arena an den bunten Sitzen vorbei hinunter in den Innenraum. Ernst ist sichtlich zufrieden, strahlt. Nur einen Tag nach der Abberufung und Freistellung von Robert Schäfer als Vorstands-Chef kann der Aufsichtsratsvorsitzende den neuen starken Mann im operativen Geschäft bei Fußball-Bundesligist Fortuna Düsseldorf vorstellen: Röttgermann, der einen Vertrag bis 2022 unterschrieben hat, präsentiert sich nüchtern und fokussiert, mit klaren Vorstellungen für die Zukunft, ohne große Versprechungen abzugeben. Ganz so, wie der Ruf, der ihm vorauseilt.

„Ich weiß, wie man Vereine zum Erfolg führen kann und wie man Rahmenbedingungen so verbessert, dass sportlicher Erfolg wahrscheinlicher wird“, sagt Röttgermann. Die Konstanten seiner Erfolgsgleichung legt der 58-Jährige direkt auf den Tisch. Es geht dabei um Finanzkraft. Es geht um Motivation, Solidarität und Mentalität in einem Leistungsklima. Es geht um viel und klare Kommunikation. Und es geht um sehr gutes Personal. Ein Leitspruch Röttgermanns lautet: „Es reicht nicht aus, einfach nur seinen Job zu machen – man muss für seine Aufgabe brennen.“

Dann erzählt Röttgermann, dass er aus familiären Gründen schon immer einen Draht zur Fortuna hatte. „Die Familie meiner Frau, die aus Neuss stammt, besteht im Wesentlichen aus heißen Fortuna-Fans“, sagt er und verrät: „Mein Sohn hat das sagenumwobene 4:0 auf Schalke nicht nur miterlebt. Er hat auch einen Kinnhaken eines Schalke-Fans einstecken müssen, weil er im falschen Moment seinen Fortuna-Schal gezeigt hat.“

Reinhold Ernst äußert sich zudem erstmals etwas ausführlicher zu den Gründen, die zur Trennung von Robert Schäfer geführt haben. „Es war ein wichtiger und notwendiger Schritt. Es gab gewichtige Gründe, eine Addition von Themen, die zu einem intensiven Vertrauensverlust in unserem Gremium geführt haben“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende.

Auf eine Nachfrage nach genaueren Ausführungen antwortet Ernst: „Wir werden keine weiteren Details offenlegen. Wir wollen ganz bewusst keine schmutzige Wäsche waschen und ganz bewusst keine Einzelpersonen öffentlich beschädigen. Das ist nicht unser Stil, das werden wir so beibehalten.“

Nicht dabei war am Dienstag der neue Marketingvorstand Christian Koke, der ebenfalls einen für die kommenden drei Jahre gültigen Vertrag unterschrieben hat. Ernst ließ durchblicken, dass der Aufsichtsrat in der neuen Aufstellung im operativen Bereich ein mögliches Defizit im Finanzbereich sieht. Ob dies personell auf Vorstands- oder Direktoren-Ebene gelöst werden soll, sei aber noch nicht geklärt.

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