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Borussia Mönchengladbach: Leere Ränge wegen früher Anstoßzeit?

Borussia Mönchengladbach : Leere Ränge wegen früher Anstoßzeit?

In der englischen Woche kommen weniger Zuschauer. Das ist auch bei Borussia Mönchengladbach so. In den vergangenen Jahren wirkten sich die ungeliebten Spieltermine unter der Woche stets negativ auf den Gesamtschnitt aus. Gegen den VfB Stuttgart ist die Anstoßzeit besonders fan-unfreundlich.

Das dritte Heimspiel der Saison wird bereits um 18.30 Uhr angepfiffen. Parallel zu den Spielen der 2. Bundesliga. Bis Montagmittag waren 42.500 Karten verkauft. Das ist vergleichbar mit früheren Liga-Spielen unter der Woche. Allerdings dürfte am Dienstag der eine oder andere verkaufte Platz leer bleiben, da es vermutlich zahlreiche berufstätige Dauerkarteninhaber nicht rechtzeitig ins Stadion schaffen.

Das bestätigten uns auch einige Borussia-Fans in den sozialen Netzwerken. "Ich bin auf die Kulanz meines Arbeitgebers angewiesen", schreibt ein User bei Facebook, der auch den Berufsverkehr fürchtet. Andere, die nicht in der Nähe des Stadions arbeiten, sehen keine Chance, beim Spiel dabei zu sein. Noch ein anderer hatte von der frühen Anstoßzeit bis vor Kurzem noch gar nichts mitbekommen.

Es gibt aber auch positive Stimmen. Die Anstoßzeit sei besser für Familien mit Kindern, schreibt ein Anhänger bei Facebook. Ein anderer sieht den Vorteil, dass man nach dem Spiel besser abreisen kann. Borussia-Fan Urs reist trotz der ungewohnten Anstoßzeit sogar aus der Schweiz an.

Für Borussia bedeutet ein Heimspiel in einer englischen Woche Einbußen bei den Ticketverkäufen. Während die Zuschauerzahlen am Wochenende konstant oberhalb der 50.000-Marke liegen, sieht das unter der Woche ganz anders aus. Hier die Zahlen der "englischen" Heimspiele aus den vergangenen drei Jahren.

2016/17
Hertha 44.300
Wolfsburg 47.000

2015/16
Stuttgart 43.600
Augsburg 40.500

2015/16
Bremen 44.500
Hamburg 44.200
Freiburg 37.000

2014/15
Freiburg 37.000
Bremen 44.500
Hamburg 44.200
Freiburg 37.000

Durch die Zerstückelung der Spieltage erhoffen sich DFL und die Bundesliga-Vereine, noch mehr TV-Gelder zu erlösen. "Es nutzt nichts, wenn man puristisch argumentiert. Mir wäre es auch am allerliebsten, alle Spiele wären am Samstagnachmittag. Aber dann bekommen wir so wenig Fernsehgeld, dass wir international gar keine Chance haben", hatte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke vor der Saison gesagt.

(areh/jaso)