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Borussia Mönchengladbach: So lief der Fan-Protest in Leipzig

Borussia Mönchengladbach : So lief der Fan-Protest in Leipzig

Sportlich war die Reise nach Leipzig für rund 5000 Borussia-Fans sicherlich eine gelungene. Doch abseits des Ergebnisses unterschied sich das Gastspiel bei RB von anderen.

Zum zweiten Mal in Folge hatten sich die Borussia-Fans entschieden, das Auswärtsspiel bei RB Leipzig nicht zu boykottieren, anders als andere Fanszenen vor ihnen. Das "Projekt RB", wie der Verein aufgrund der Unterstützung des österreichischen Brauseherstellers Red Bull oft genannt wird, ist einer erheblichen Anzahl von Fans trotzdem ein Dorn im Auge. Deshalb gab es wie schon im vergangenen Jahr eine Protest-Choreo der rund 5000 mitgereisten Borussen. Erneut war auf zwei großen Bannern im Ober- und Unterrang "Traditionsverein seit 1900" zu lesen.

Während in der Vorsaison Schals mit der gleichen Aufschrift hochgehalten wurden (sogar von Spielern nach dem Abpfiff), gab es diesmal ein gewiefteres Protest-Element. Auf den Rängen wurden weiße und schwarze Ponchos so gemischt, dass im Stadion deutlich der Schriftzug "Scheiß RB" zu erkennen war. Wie bei nordkurvenfotos.de zu sehen ist, wurden die entsprechenden Sitze dafür anhand eines vorher angefertigten Plans mit Kreide markiert. "Die Mönchengladbacher Fanszene führte damit wohl die größte Anti-RB-Leipzig-Aktion durch, die im Leipziger Stadion bisher zu sehen war", schreibt das Portal "Faszination Fankurve".

Vor dem Spiel war Borussias Fanlied, die "Elf vom Niederrhein", gespielt worden, bei RB ist das so üblich. Dirk Kramer, Sprecher des FPMG Supporters Clubs, hatte sich gegenüber dem MDR vorab kritisch dazu geäußert. "Wenn man die 'Elf von Niederrhein' in einem Stadion wie in Liverpool, wo es bei unseren jährlichen Besuchen regelmäßig kommt, hört, dann ist das sicherlich eine Ehre. Oder in Glasgow. Aber nicht in Leipzig, zumindest nicht bei RB", sagte Kramer. Offenbar sahen das nicht alle so. Wie unserer Redaktion berichtet wurde, hätten im Unterrang trotzdem zahlreiche Fans mitgesungen — und seien dafür aus dem Ultrablock angefeindet worden.

(jaso)