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Borussia Mönchengladbach: "Wir haben uns das Unentschieden zu 100 Prozent verdient"

Borussia Mönchengladbach : "Haben uns das Unentschieden zu 100 Prozent verdient"

Borussia hat in Leipzig die Aufgabenstellung, die sie sich für die Dienstreise in den Osten der Republik gestellt hatte, erfüllt. "Wir wollten uns unbedingt gut präsentieren und etwas mitnehmen aus Leipzig. Das ist uns gelungen", sagte Trainer Dieter Hecking nach dem 2:2 beim Champions-League-Teilnehmer RB Leipzig.

"Wir haben uns das Unentschieden zu 100 Prozent verdient", sagte Sportdirektor Max Eberl, der ein "sehr gutes Bundesligaspiel von allen Beteiligten" gesehen hatte. Eberl lag richtig mit seiner Einschätzung, dass das Resultat verdient war — für beide. Denn beide Mannschaften gaben zehn Torschüsse ab, beide waren insgesamt um die 117 Kilometer unterwegs, auch die Ballbesitz- (52:48 für RB) und Zweikampf-Quoten (53:47 für Gladbach) waren nahezu identisch. Borussia nahm jedoch den emotionalen Vorteil mit, zweimal einen Rückstand egalisiert zu haben und am Ende dem Sieg näher gewesen zu sein. "Es spricht für den Charakter der Mannschaft, wenn man sich nicht beeindrucken lässt", sagte Jonas Hofmann, der erstmals in dieser Saison zur Startelf gehörte.

Er selbst hätte die Geschichte des Spiels komplett anders erzählen könne, wenn er nach rund 90 Sekunden den Ball ins Tor und nicht weit darüber platziert hätte nach Lars Stindls Rückpass. "Das war ein optimaler Spielzug, schade", sagte Eberl. Wegen solcher Szenen, von denen es weitere gab, und der Überzahl-Situation in der Schlussphase, hätte es vielleicht noch etwas mehr sein können für die Gladbacher. "Das erste Tor war komisch, das zweite fiel zu leicht und wir hatten noch weitere Chancen", sagte Hofmann, der nach der Pause wegen Schmerzen im Gesäßbereich durch Patrick Herrmann ersetzt wurde. Herrmann machte sein 250. Pflichtspiel. Ein weiterer Jubilar war Nico Elvedi, der zum 50. Mal in der Bundesliga für Gladbach spielte.

Hofmann war vor der Pause jedoch an vielen Aufregern beteiligt. Zum einen mit besagtem Schuss in die Wolken, zum andren aber auch an dem Elfmeter, den Thorgan Hazard zum 1:1 nutzte. Hofmann spürte vor seinem Sturz im Strafraum eine leichte Berührung, und "wenn du in dem Tempo bist, reicht das schon", sagte er. Lars Stindl hätte auch einen Elfmeter bekommen können, doch als er im Zweikampf im Strafraum zu Boden ging, blieb der Pfiff aus. "Bei der Szene im Strafraum war ich vorher am Ball und habe danach eine Berührung von Upamecano gespürt. Da hätte sich Leipzig nicht beschweren dürfen, wenn in der Situation Elfmeter gepfiffen worden wäre", sagte Stindl.

"Es hätte am Ende ein bisschen mehr sein dürfen. Dennoch ist ein Unentschieden gegen eine richtig gute Mannschaft in Leipzig gut. Wir hätten es in der zweiten Halbzeit, als wir Oberwasser hatten und später in Überzahl waren, klarer ausspielen müssen. Es ist aber nicht ganz einfach: Gegen Leipzig muss man aufpassen, weil sie sehr schnell und gefährlich im Umschaltspiel sind. Deswegen konnten wir nicht ins letzte Risiko gehen", sagte Christoph Kramer, der nach Keitas Tritt ins Gesicht mit zwei Stichen an der Oberlippe genäht wurde, nicht aufgab, sondern weitermachte. "Es sah schlimmer aus, als es war", beruhigte Kramer. Keita sah dennoch Rot für seine Aktion Rot.

"Wir haben gezeigt, dass wir uns wehren, aber dann auch noch Fußball spielen können. Jetzt wollen wir Dienstag gegen Stuttgart natürlich gerne zu Hause gewinnen. Dafür müssen wir eine Leistung zeigen wie heute", sagte Max Eberl. Nach dem Schlusspfiff feierten die mitgereisten Fans das Team in der Kurve. "Es war ein schweres Spiel heute. Danke an alle Borussia-Fans für den Support", schrieb Yann Sommer später bei Facebook.

Borussia ist damit auswärts weiter unbesiegt — aber auch noch sieglos, es gab zweimal ein 2:2. In Augsburg fühlte es sich an wie ein verlorenes Spiel, nun in Leipzig ganz anders. Die Borussen durften vor allem feiern, weil Lars Stindl ein Tor erzielte, das ein Kandidat für das "Tor des Monats" sein wird. Aus gut 22 Metern nahm er Maß und zirkelte den Ball mit dem Innenrist in die von ihm aus weiter entfernte, rechte Ecke des Leipziger Tores zum 2:2. "Den kann man mal so machen", schrieb Borussia in ihrem Twitter-Account und stellte dazu ein Foto, das Stindl im Jubelflug zeigt, abgehoben vor Glück nach seinem ersten Saisontor. "Capitanoooooooo @stindl28" twitterte der verletzte Ibo Traoré, der offenbar viel Freude an diesem Einschuss hatte. Er war mit dieser Gefühlslage nicht allein am Samstagabend.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Stindls Traumtor aus 22 Metern

(kk)