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Borussia Mönchengladbach von Union Berlin und Bayer Leverkusen unter Druck gesetzt

Unter Druck gegen Bielefeld : Leverkusens Sieg war doppelt schlecht für Gladbach

Borussia Mönchengladbach beschließt am Sonntag um 18 Uhr den 31. Bundesliga-Spieltag. Das Duell mit Arminia Bielefeld dürfte kein Selbstläufer werden. Zudem steht Marco Roses Mannschaft nach den Spielen vom Samstag besonders unter Druck.

Der Samstagabend lief gleich doppelt schlecht für Borussia, und auch der Nachmittag hatte nur wenige gute Nachrichten geliefert. Es ist die Zeit in einer Saison angebrochen, in der Fans jedes Spiel genau auf den Nutzen für ihren Verein prüfen, auch wenn der erst später gefordert ist. Union Berlin hat Gladbach mit einem 3:1 gegen Werder Bremen vorerst von Platz sieben verdrängt, der SC Freiburg holte spät noch einen Punkt gegen die TSG Hoffenheim und ist längst nicht raus aus dem Europa-Rennen, der FC Bayern kann nach der Niederlage beim FSV Mainz – sofern RB Leipzig am Sonntag (15.30 Uhr) nicht gegen den VfB Stuttgart verliert – erst im Duell mit Borussia am 8. Mai die Meisterschaft klarmachen.

Doch bevor sich die Gladbacher mit möglichen Effekten eines noch nicht feststehenden Titels auf die Bayern beschäftigen können, haben sie um 18 Uhr eine Aufgabe zu erledigen, die wie reine Pflichtbewältigung wirkt. Der Schein trügt allerdings mit Blick auf die aktuelle Formtabelle. Die weist gemeinhin die vergangenen fünf Spieltage aus, und in dieser Wertung können beide Mannschaften mit einem Sieg – Borussia wie Arminia – auf den zweiten Platz springen. Treffsicherheit (10 Tore in den vergangenen vier Spielen) empfängt defensive Stärke (nur ein Gegentor in vier Spielen).

Ein Nicht-Sieg wäre fatal für Gladbach, Marco Roses Mannschaft würde für die nächsten zwei Wochen hinter Union zurückfallen. Die Berliner haben mit dem VfL Wolfsburg, Bayer Leverkusen und RB Leipzig das schwierigste Restprogramm vor sich, ziehen aber mit beeindruckender Krisenresistenz seit Saisonbeginn ihr Ding durch. Borussia könnte nun selbstbewusst darauf verweisen, Platz sieben und damit die mögliche Qualifikation für die Europa-Conference-League-Play-offs in der eigenen Hand zu haben, und vielleicht hilft Unions Konstanz ja am vorletzten Spieltag, wenn die Köpenicker in Leverkusen Schützenhilfe für Gladbach leisten.

Doch die Prioritäten, was Bayer angeht, haben sich in dieser Woche etwas verschoben. Im besten Fall ist Borussia am Ende des 31. Spieltags so nah dran an Platz sechs wie vor fünf Wochen. Seitdem bewegen sich die ehemaligen Konkurrenten um die Champions League im Gleichschritt. Insofern mag es nicht verwundern, dass Leverkusen eine Woche nach Gladbach ebenfalls einen Sieg gegen Frankfurt feierte (3:1). Im Falle eines Sieges gegen Bielefeld hätte Borussia zumindest nichts verloren, was sich allerdings wie ein Verlust anfühlen würde, da ihr so langsam die Spieltage ausgehen, um noch die Europa League anzugreifen.

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  • Eröffnete beim 3:0 gegen Arminia Bielefeld
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  • Dennis Zakaria in Aktion.⇥Foto: AP/Laszlo Balogh
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Und dann wäre da der Nebeneffekt des Leverkusener Erfolges: Frankfurt hat nach Adi Hütters Abschieds-Ankündigung zwei von drei Spielen verloren. Die erste Pleite gefiel Gladbach aus eigennützigen Gründen im direkten Duell am vergangenen Wochenende noch ganz gut, nun droht die Eintracht auf der Zielgeraden jedoch die Champions League zu verspielen. Aus sieben Punkten Vorsprung auf Borussia Dortmund ist einer geworden. Die Zeit in Frankfurt erfolgreich zu Ende zu bringen, dürfte Hütter auch den Start in Gladbach erleichtern.

Insofern würden drei Punkte am Sonntagabend gegen Bielefeld ein wenig nach Schadensbegrenzung schmecken. Und die muss Borussia erst einmal gelingen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So könnte Borussias Startelf in Bremen aussehen