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Borussia Mönchengladbach: 90 Minuten und ein 2:2 zum Geburtstag

Borussia Mönchengladbach : 90 Minuten und ein 2:2 zum Geburtstag

Roel Brouwers wird am heutigen Freitag 33 Jahre alt. Der niederländische Verteidiger stand bei Borussias Europa-League-Spiel in Villarreal zum ersten Mal in dieser Saison in der Startelf. Damit und auch mit dem Ergebnis war er zufrieden.

Es war richtig knapp, aber am Ende hat Roel Brouwers es dann doch noch so eben geschafft: Sein erstes Pflichtspiel von Beginn an in dieser Saison gerade noch im zarten Alter von 32 Jahren zu bestreiten. Denn Lucien Favre beorderte Borussias treuen Holländer Donnerstagabend beim Europa-League-Spiel in Villarreal erstmals seit dem 19. April (2:4 in Freiburg) wieder in die Gladbacher Startelf. Heute feiert Brouwers seinen 33. Geburtstag. Die Sache mit dem verfrühten Geburtstagsgeschenk ...

Dass das Warten für Brouwers in Villarreal ein Ende haben würde, hatte sich bereits am Mittwoch abgezeichnet, als er beim Abschlusstraining in Valencia eines der bunten Leibchen erhielt, die in der Welt des Profifußballs in der Regel verlässlich Auskunft darüber geben, wer tags darauf von Beginn an auflaufen darf. Weil Abwehrchef Martin Stranzl angeschlagen zu Hause geblieben war, Tony Jantschke und Alvaro Dominguez beim 1:3 gegen Frankfurt nicht eben sattelfest wirkten und überdies Linksverteidiger Oscar Wendt weiter seiner Form hinterherrennt, baute Favre die Viererkette um. So schlug in Südspanien Brouwers' Stunde.

Eine Halbzeit in Hannover war bis Donnerstagabend das Höchste der Gefühle für Borussias Schlaks gewesen, dann noch ein paar Minuten gegen Hoffenheim und zuletzt auf Zypern. "Es hat immer Spaß gemacht, Borusse zu sein, aber wenn man spielt, macht es natürlich noch ein bisschen mehr Spaß", hatte Brouwers in Hannover gesagt. Und gelächelt.

Nun war die Freude groß, spielen zu dürfen. Doch die Rückkehr in die Startelf lief längst nicht, wie es sich Brouwers wohl ausgemalt hatte. Denn er und seine Kollegen in der Viererkette waren von Beginn an unter Druck und hatten alle Füße voll zu tun, einen Blitzstart der "Gelben U-Boote" aus Villarreal zu vermeiden. Das forderte Tribut. Nicht mal 17 Minuten war Brouwers bei der Arbeit, da war er bereits mit einer Gelben Karte dekoriert. Er bekam die Verwarnung, als er Vietto unfair stoppte. Möglich, dass diese Gelbe Karte Brouwers auch hemmte, als Vietto knapp zehn Minuten später wieder in seinem Dunstkreis auftauchte. Thorgan Hazard hatte an der Außenlinie einen Zweikampf verloren, die Spanier kombinierten gut und nutzten die Lücken zwischen den Reihen des Gladbacher Verbunds. Brouwers war schließlich das letzte Glied in der (Fehler-)Kette. Er grätsche verhalten, um einen Elfmeter plus Rot zu vermeiden. Vietto traf zum 1:0.

Die Szene war typisch für das Gladbacher Spiel in Halbzeit eins: das gesamtmannschaftliche Verteidigen klappt nicht. In den ersten 30 Minuten durfte Villarreal elfmal das Tor von Yann Sommer anvisieren. Es schien, als würde Brouwers' letzter Tag im alten Lebensjahr einen Schlussakkord in Moll bekommen. Zumal, als Julian Korb nach Raffaels Ausgleich (55.) böse patzte und Denis Cheryshev das 2:1 erzielte. Brouwers, der auf der Linie stand, konnte das nicht verhindern (63.).

Doch Granit Xhakas brachialer Schuss zum 2:2 war das wuchtige Comeback der Borussen. Sie machten es in allen Belangen besser als im ersten Teil des Spiels. So fiel auch Roel Brouwers und seinen Kollegen in der Defensive das Verteidigen leichter. Villarreal schoss jenseits des 2:1 kaum noch aufs Tor. Letztlich gab es für Brouwers 90 Minuten und ein 2:2 zum Geburtstag. "Damit kann ich gut feiern, wir können zufrieden sein. Die erste Halbzeit war schwierig, da haben wir zu viele Chancen weggegeben. In der zweiten Halbzeit haben wir es gut gemacht und nach dem 1:2 Moral gezeigt", sagte der ab heute 33-Jährige.

(RP)