NRW verliert jeden vierten Bundeswehr-Job

NRW verliert jeden vierten Bundeswehr-Job

Berlin Die Bundeswehrreform trifft den Süden Nordrhein-Westfalens am härtesten: Sowohl Kerpen (720 Soldaten) als auch Königswinter (70) werden bis zum Jahr 2017 bundeswehrfrei sein. Dabei hatten die Soldaten und Angehörigen des Jagdbombergeschwaders im Rhein-Erft-Kreis gedacht, dass die Bundeswehr ihre Garnison wegen der gerade erst getätigten Investitionen unberührt lassen würde.

Doch Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) sah sich angesichts der Vorgaben, militärische und zivile Dienstposten um ein ganzes Drittel zu reduzieren, auch zu schmerzhaften Entscheidungen gezwungen. Legendäre Garnisonen wie Sigmaringen oder Fürstenfeldbruck werden aufgegeben. Insgesamt schließt de Maizière 31 Standorte, schrumpft weitere 90 um mehr als die Hälfte oder 500 Posten, davon 33 auf weniger als 15 Bedienstete..

Den größten Aderlass in NRW hat Köln zu erbringen, das 2190 seiner bislang 7910 Stellen verliert. Der Standort Augustdorf schrumpft von über 4000 auf unter 2500 Dienstposten, Wesel von 680 auf 300. In Düsseldorf werden auf dem Papier mehr als die Hälfte der 1470 Stellen abgebaut. Allerdings geht de Maizière davon aus, dass die 600 Mitarbeiter der aufgelösten Wehrbereichsverwaltung künftig unter dem Dach des Innenministeriums ähnliche Verwaltungsaufgaben erfüllen können wie bisher.

Rheine ist vom Weggang der Heeresflieger (von 1940 auf 120 Stellen) schwer betroffen. Dafür sind die Feldjäger in Hilden nicht nur gesichert, sie steigen sogar auf, vom Bataillons- zum Regimentsstandort. Zu den ganz wenigen Gewinnern zählt der Standort Kalkar, dem weitere Funktionen in der Führung von Luftoperationen zugeschlagen werden und dessen Stärke sich von 420 auf 820 Stellen fast verdoppelt.

CDU-Verteidigungsexperte Jürgen Hardt sagte zu den Ergebnissen für die Region: "Ich freue mich, dass die Entscheidung pro Bonn nicht zulasten der Region Düsseldorf gegangen ist." Seine Forderung habe beim Minister Akzeptanz gefunden.

Freilich hat de Maizière die konkreten Zahlen für den Ministeriumssitz in Bonn aus dem Standortkonzept herausgelöst. Hier droht unter dem Strich ein deutlicher Schwund von rund 1700 Stellen.

(RP)
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