Verteidigungsministerium: Bundeswehr bekommt Militärrabbiner

Vertrag mit Zentralrat der Juden : Bundeswehr bekommt Militär-Rabbiner

Auch Frauen und Männer jüdischen Glaubens dienen in der Bundeswehr. Für sie sollen nun erstmals Militär-Rabbiner eingeführt werden. Auch für Soldaten muslimischen Glaubens soll es bessere seelsorgerische Angebote geben.

Die Bundeswehr wird für Soldaten jüdischen Glaubens erstmals Militär-Rabbiner einführen. Dazu solle ein Staatsvertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem Zentralrat der Juden ausgehandelt werden, teilte das Verteidigungsministerium mit. „Nach rund 100 Jahren sollen wieder Militär-Rabbiner in deutschen Streitkräften Dienst tun“, hieß es dazu weiter.

Zentralratspräsident Josef Schuster begrüßte den Schritt. „Die Berufung von Militär-Rabbinern ist ein Zeichen für das gewachsene Vertrauensverhältnis der jüdischen Gemeinschaft in die Bundeswehr als Teil unserer demokratischen Gesellschaft“, teilte er mit.

„Überall in Deutschland blüht wieder jüdisches Leben. Das ist ein großes Geschenk“, erklärte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) dazu. Es erfülle sie mit Dankbarkeit, dass Frauen und Männer jüdischen Glaubens in der Bundeswehr dienen. „Das zeigt auch, wofür unsere Bundeswehr steht“, so von der Leyen.

Verbesserte seelsorgerische Angebote sind nach ihren Worten auch für Soldaten muslimischen Glaubens geplant. Ohne eine zentrale Institution für die islamischen Glaubensrichtungen könne schon aus rechtlichen Gründen gegenwärtig kein Staatsvertrag geschlossen werden. Geplant sei aber, muslimische Geistliche über sogenannte Gestellungsverträge an die Bundeswehr zu binden.

Der Zentralrat der Juden in Deutschland berät am Mittwoch mit Experten aus Militär und Politik über Militär-Rabbiner bei der Bundeswehr. Zwischen 250 und 300 jüdische Soldaten gebe es derzeit in der Bundeswehr.

(zim/dpa)
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