Kanzlerin lädt zu Integrationsgipfel: Türken fordern Migranten-Quote für Amtsstuben

Kanzlerin lädt zu Integrationsgipfel : Türken fordern Migranten-Quote für Amtsstuben

Vor dem sechsten Integrationsgipfel der Bundesregierung am Dienstag machen die Migranten in Deutschland Druck für mehr konkrete Ergebnisse. Bei dem Gipfel soll es um das Thema Arbeit gehen und darum, wie Migranten in Deutschland bessere Chancen auf eine Karriere erhalten.

Die Türkische Gemeinde in Deutschland stellte gestern ein Konzept vor, wie mehr Migranten der Start einer Laufbahn als Beamte oder im öffentlichen Dienst ermöglicht werden kann. Demnach soll es zwar keine starre Quote, aber immerhin eine Verpflichtung der Behörden geben, sich selbst Ziele bei der Einstellung von Migranten zu setzen, also eine Art Flexi-Quote.

Es sei wichtig, etwas Konkretes mit zum Integrationsgipfel zu bringen, sagte Kenan Kolat, Chef der Türkischen Gemeinde in Deutschland. Er forderte auch eine bessere Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse und die Einführung spezieller Beauftragter in Betrieben und Behörden, die die Beschäftigung von Migranten fördern sollten — vergleichbar mit Frauenbeauftragten.

Den Migranten, die sich bei den ersten Gipfeltreffen zum Thema Integration geschmeichelt fühlten, dass sich die Kanzlerin selbst ihrer Probleme annimmt, beklagen inzwischen die Untätigkeit der Regierung. Es geht ihnen nicht schnell genug voran. Eingeladen zum heutigen Treffen sind Vertreter von Bund, Ländern, Kommunen, der Wirtschaft und von Migrantenverbänden.

SPD-Vize-Chefin Aydan Özoguz kritisierte, dass die Veranstaltung der Regierung "keinen Sinn" habe. "Die Bundeskanzlerin braucht doch keinen Integrationsgipfel, um sich mit ihren Ministern zu unterhalten." In der Integrationspolitik gehe es einfach nicht voran, kritisierte sie. Beschlüsse vorheriger Gipfel würden mal schleppend umgesetzt, mal auf die lange Bank geschoben. "Wir brauchen mehr ambitioniertes Handeln statt immer neuer Aktionspläne für Integration", forderte Özoguz.

(qua)
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