1. Politik
  2. Ausland

AKP geht gegen Ergebnisse in Istanbul und Ankara vor

Nach Kommunalwahl in der Türkei : AKP geht gegen Ergebnisse in Istanbul und Ankara vor

Die türkische Regierungspartei ficht die Ergebnisse der Kommunalwahlen in Istanbul und Ankara an. Sie landete mit knappen Abstand hinter der Opposition.

Im Rennen um den Bürgermeisterposten in der türkischen Millionenmetropole Istanbul hat die islamisch-konservative Regierungspartei AKP in allen 39 Bezirken Einsprüche gegen abgegebene Stimmen eingelegt. Das sagte der Provinzvorsitzende der AKP, Bayram Senocak, am Dienstag. Die Partei von Präsident Recep Tayyip Erdogan versucht damit, das knappe Wahlergebnis in der größten Stadt des Landes noch umzudrehen. Die AKP hatte bei der Kommunalwahl am Sonntag nach vorläufigen Ergebnissen den Bürgermeisterposten an die Mitte-Links-Oppositionspartei CHP verloren.

Auch in der Hauptstadt Ankara legte die AKP Einspruch in allen 25 Bezirken ein, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Dort führt der Kandidat der CHP (50,93 Prozent) jedoch mit Abstand vor dem der AKP (47,11 Prozent).

Für Erdogan wäre der Verlust des Bürgermeisterpostens in Istanbul eine herbe Niederlage. Er war selbst einmal Bürgermeister in Istanbul. Islamisch-konservative Bürgermeister hatten die Stadt, die als Schaltzentrale der Wirtschaft gilt, mehr als 20 Jahre lang regiert.

Laut Senocak stößt sich die AKP vor allem an den rund 320 000 bei der Auszählung für ungültig erklärten Stimmen. Der Kandidat der CHP, Ekrem Imamoglu, erhielt nach offiziellen Angaben nur etwa 24 000 Stimmen mehr, als Ex-Ministerpräsident Binali Yildirim (AKP).

Der Sender CNN Türk meldete am Dienstag, die Wahlbehörde werde die endgültigen Ergebnisse erst in zehn Tagen verkünden. Imamoglu forderte, Beschwerden müssten binnen einer Woche abgearbeitet sein: „Wenn es länger dauert, fängt die Sache an zu stinken.“

Am Sonntag hatten Millionen Menschen in 81 Provinzen ihre Bürgermeister, Provinzräte und andere lokale Amtsinhaber bestimmt. Die AKP ging insgesamt als stärkste Partei aus der Wahl hervor, verlor aber vor allem in großen Städten massiv an Zuspruch.

(zim/dpa)