Arte-Trilogie "Mensch und Mond" am Samstag, 13.1., ab 20.15 Uhr

Arte-Dokumentation : Der Nachbar der Erde

50 Jahre nach der Mondlandung zeigt eine Arte-Trilogie ein eindrucksvoll illustriertes Panorama der Mondfahrt.

Der Mond zieht die Menschen bis heute in seinen Bann. Seine nicht nur physische Anziehungskraft inspiriert Dichter, Maler und Musiker, erzählt die Filmemacherin Eva Schötteldreier. In ihrer Trilogie „Mensch und Mond“ wirft sie unterschiedliche Schlaglichter auf die Beziehung zwischen den Erdbewohnern und ihrem Trabanten. Sie unternimmt einen Streifzug durch Geschichte, Kultur, Wissenschaft und Technik einer wahrhaft „himmlischen“ Beziehung.

50 Jahre nach der Mondlandung im Sommer 1969 bereitet sich Matthias Maurer, Astronaut der Europäischen Raumfahrt Agentur ESA, auf eine neue Mondmission vor – auf der Vulkaninsel Lanzarote. Er erzählt, dass neben der Mitnahme neuer elektronischer Geräte auch die Wiederverwendung zurückgelassener Boots, Geologen-Hämmer und anderer Ausrüstungsteile aus den insgesamt sieben Apollo-Missionen einplant ist. Auf der Erde werden noch immer jene 382 Kilo Mondgestein erforscht, die 1969 mitgenommen werden konnten. Sie enthalten wichtige Informationen über die geologische Frühgeschichte unseres Sonnensystems.

Auch moderne Künstler wie Hagen Betzwieser zeigen sich fasziniert. Er baut Mondgestein nach und erzeugt den Duft des Mondes neu: mit einer Mischung aus Holz, Schießpulver und faulen Eiern. Der Historiker Bernd Brunner erforscht im Berliner Kulturwissenschaftlichen Museum, warum der Mond die Menschheit mehr fasziniert als andere Himmelskörper. Und die Planetenforscherin Carolyn van der Bogert erkundet in der Universität Münster im Auftrag der NASA die Schriften von Galileo Galilei, der die ersten Landschaftsformationen auf dem Mond beschrieben hatte. Pascal Descamps, Astronom am Pariser Observatorium, zeigt berühmte historische Karten des Mondes, die Grundlage der Wissenschaft waren, bis sie durch die Fotografie abgelöst wurden. Ein anderes Beispiel führt nach Saudi-Arabien, wo der Tischlermeister Joachim Pflug derzeit an dem bislang genauesten 3D-Modell des Mondes arbeitet.

Derweil trainieren die Astronauten der ESA auch unter Wasser und in der Schwerelosigkeit für eine neue Mondmission. Auch an den Raumschiffen der Zukunft werde bereits gebaut, erzählt Matthias Maurer weiter. Tatsächlich deutet vieles darauf hin, dass die nächste Mission zum kosmischen Nachbarn der Erde kurz bevorsteht. Der deutsche Astronaut Alexander Gerst zeigt, welche Vorbereitungen für eine neue Reise zum Mond nötig sind, und sieht den Mond als „achten Kontinent“ der Erde.

Der zweite Teil der Dokumentation, „Göttin der Nacht“ (21.05 Uhr), ist den Mythen und Legenden gewidmet, die sich um den Mond ranken. Die Autorin besucht unter anderem Mondholz-Experten, Chronobiologen, Astrologen und einen Vollmond-Friseur. Bis heute lässt sich laut Filmemacherin nicht klar zwischen Wissenschaft und Volksglaube trennen. Der dritte Teil, „Der achte Kontinent“ (22 Uhr), erinnert an jenen 21. Juli 1969, als Millionen Menschen in aller Welt vor den Fernsehgeräten gespannt den ersten Besuch eines Menschen auf dem Mond verfolgten. Zudem gibt er einen Ausblick in die Zukunft der Raumfahrt.

Insgesamt bietet der Dreiteiler ein eindrucksvoll illustriertes Panorama der Mondfahrt – und darüber hinaus eine gute Grundlage zu einer philosophischen Betrachtung des Mondes. Die Trilogie ist Teil des großen Schwerpunktes „Winter of Moon“, mit rund 30 Spielfilmen und Dokumentationen vom 6. bis 20. Januar. Arte zeigt nach eigenen Angaben „einen halben Mondzyklus lang anregende Fernsehunterhaltung über unseren faszinierenden Himmelskörper“. Dazu gehören auch historische Perlen wie der Stummfilm „Die Frau im Mond“ (So., 23.45 Uhr).

Arte, „Mensch und Mond“, Sa., 20.15 Uhr. Teil 2 und 3 folgen im Anschluss um 21.05 und 22 Uhr.

(kna)
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