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Feministin stört bei „hart aber fair“ – WDR räumt Fehler ein

Sendung zu Tierliebe : Feministin stört bei „hart aber fair“ – WDR räumt Fehler ein

Es ging eigentlich um Tierliebe, aber plötzlich war von Feminismus die Rede: Einer Frau aus dem Publikum ist es bei „hart aber fair“ gelungen, sich vor das Podium mit den Gästen zu stellen. Der WDR sagt, dass er darauf jetzt reagiert hat.

Zwischenfall bei „hart aber fair“: In die Live-Sendung von Frank Plasberg zum Thema Tierliebe platzte am Montagabend eine Frau aus dem Publikum. Sie stellte sich plötzlich vor das Podium mit den Gästen und sagte, sie würde gern mal eine Forderung in den Raum stellen. ARD-Moderator Plasberg bat sie, sich vorzustellen. „Ich bin bekennende Feministin“, sagte die Frau. Mit Tieren habe das eigentlich nichts zu tun, räumte sie ein. Doch wolle sie die Gelegenheit nutzen, um im Fernsehen mitzuteilen, „dass die Bundesregierung gegen Feminismus im Internet vorgeht“.

Der WDR teilte dazu am Dienstag mit, bei Live-Sendungen wie „hart aber fair“ greife ein mehrstufiges Sicherheitskonzept. „Die Identität der Menschen in unserem Publikum wird vor der Sendung überprüft“, erläuterte der Sender. Vor dem Zutritt zum Studio müssten sie sich zudem einem Sicherheitscheck unterziehen. Im Studio sei geschultes Sicherheitspersonal. Bei der „hart aber fair“-Sendung habe es allerdings einen „punktuellen Fehler innerhalb unseres Sicherheitskonzepts“ gegeben. Diesen habe die Frau für sich nutzen können. „Dieser Fehler ist von uns erkannt, er ist jetzt abgestellt“, versicherte der WDR. „Nähere Details zu unserm Sicherheitskonzept werden wir aus nachvollziehbaren Gründen nicht öffentlich machen.“

Einer der Talkgäste, der Hundetrainer Martin Rütter, konnte sich in der Sendung vor Lachen kaum halten und rief ins Kölner Studio: „Ist hier jemand, der sich für einen Briefmarkenverein einsetzen möchte? Das hat ähnlich viel mit dem Thema zu tun.“ Dann wandte er sich an die Frau: „Was du machst, ist respektlos.“ Darauf sagte sie, das, was „die Bundesnachrichtendienste“ im Internet machten, sei respektlos gegenüber Frauen. „Tierquälerei ist eine Sache, Anti-Feminismus finde ich weitaus schlimmer.“ Schließlich versprach der Moderator ihr vor ihrem Abgang, man werde nach der Sendung noch mit ihr diskutieren.

(lukra/dpa)