Vanmoof: Niederländischer Rad-Hersteller lässt Fernseher auf Radkartons drucken

Pfiffige Idee: Warum ein niederländischer Radhersteller Fernseher auf Kartons druckt

Das Bild sieht schon skurril aus. Ein Pappkarton, in dem ein Fahrrad transportiert werden soll, ist mit einem Fernseher versehen. Warum das? Der Gründer hatte eine plumpe, grandiose Idee.

Die zerstörten Pakete waren an der Tagesordnung. Immer und immer wieder hatte ein niederländischer Unternehmer, der unter anderem Fahrräder in die USA liefert, mit beschädigten Paketen zu kämpfen. Dann hatte sein Bruder eine tolle Idee: Neben den Fahrrädern wurden auch Fernseher auf die Kartons gedruckt. Die Folge: Die Schadensmenge hat sich gesenkt. „Taco Carlier, der Gründer des Fahrradherstellers Vanmoof erklärte die skurrile Idee nun gegenüber der „Süddeutschen Zeitung“.

Carlier und sein Bruder hätten gemerkt, „dass unglaublich viele Fahrräder kaputt und defekt bei Kunden ankommen. Amerikanische Kurierfahrer sind nicht gerade zimperlich, was Fahrräder betrifft. Irgendwann mussten wir einsehen: Jedes vierte Rad kommt defekt beim Kunden an.“

Das Problem bei der ganzen Sache: „Versand und Transport in die USA sind unglaublich teuer. Bei einem Defekt müssen wir das Fahrrad zurück nach Europa bringen lassen, dann wieder ein neues Fahrrad schicken, was von den Transportunternehmen mit Sicherheit wieder genauso behandelt wird.“ Eine Art Logistik-Teufelskreis.

Und so tüftelten sie hier, zerbrachen sie die Köpfe dort. Irgendwann waren sie soweit, das USA-Geschäft aufgrund der beschädigten Ware ganz aufzugeben. Bis sein Bruder schließlich die Idee hatte: Wir drucken Fernseher auf die Radkartons.

„Das war die Lösung. Unsere Kartons sind sehr groß, genauer gesagt haben sie dieselben Ausmaße wie die Verpackung eines unglaublich großen und teuren Fernsehers. Innerhalb kürzester Zeit gingen die Reklamationen in den USA um 80 Prozent zurück“, sagt Carlier. Der Grund ist mehr als einfach zu erklären. „In den Vereinigten Staaten ist ein Fernseher viel wichtiger und wertvoller als jedes Fahrrad. Deshalb gibt man auch auf einen verpackten Fernseher viel mehr acht als auf ein verpacktes Fahrrad.“

Und so wird seitdem aus dem Fahrradland Niederlande ein Rad nach dem anderen per Fernsehbox in die USA geschickt – nicht nur dorthin. Carlier ist sicher: „In Europa war die Reklamationsrate nie so krass wie in den USA, aber auch hier spüren wir den Fernseher-Effekt. Die Wahrscheinlichkeit, dass eines unserer Fahrräder heil ankommt, ist mit einem Fernseher auf der Verpackung einfach am größten.“

(mja)
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