Paris - das Shopping-Paradies der Superreichen: Nirgends lassen Touristen mehr geld

Shopping-Paradies der Superreichen: Touristen lassen nirgends mehr Geld als in Paris

Eine Untersuchung hat ergeben, dass die Besucher in Frankreich am spendabelsten sind. In keiner anderen Stadt der Welt lassen Touristen so viel Geld liegen wie in Paris. Doch es sind nicht die Durchschnittstouristen, die die Kassen klingeln lassen.

Paris ist ein in bunten Farben schillernder Mythos. Es ist die Stadt der Liebe, der Kunst, der Mode. Wer das leichte und elegante Leben sucht, das „savoir vivre“, der scheint in der französischen Hauptstadt am richtigen Ort. Immer mehr Menschen versuchen, zumindest für einen flüchtigen Augenblick, ihrem Alltag zu entfliehen und ein kleines Stück dieses Traumes zu erhaschen. In nackten Zahlen heißt das: Paris hat 2018 mit rund 24 Millionen Besuchern einen neuen Rekord verzeichnet.

Diesem Mythos haftet allerdings auch etwas sehr Profanes an: es lässt sich Geld mit ihm machen – sehr viel Geld. Eine Untersuchung hat ergeben, dass die Besucher in Frankreich am spendabelsten sind. Der Grund: sehr viele Reisend kommen nach Paris, um in den zahlreichen sündhaft teuren Edelboutiquen zu shoppen. Veröffentlicht wurden die Zahlen von Global Blue, ein Unternehmen, das einen sehr genauen Einblick in das Konsumverhalten bekommt, denn es hat sich darauf spezialisiert, ausländischen Kunden nach dem Kauf bei der Rückerstattung der französischen Mehrwertsteuer zu helfen.

Im Jahr 2018 ließ nach diesen Angaben jeder Tourist in Paris im Schnitt 2148 Euro liegen. Wohl gemerkt: nicht für Hotel und Verpflegung, sondern allein beim Schoppen in den Geschäften der Stadt. Zum Vergleich: in Großbritannien waren es 2133 Euro, in Italien 1904 Euro. Doch es sind nicht die Durchschnittstouristen, die auf den Champs-Élysées die Kassen klingeln lassen. Nach Angaben von Global Blue zieht es sehr viele Wohlhabende nach Paris, die im Durchschnitt 25.000 Euro für Juwelen, Luxuskleidung und exquisite Lederwaren ausgeben. Die meisten dieser Superreichen mit sehr locker sitzender Geldbörse stammen aus den Golfstaaten, China oder den USA.

Paris habe als Inbegriff des eleganten Luxus eine überwältigende Anziehungskraft, bestätigt Yan Mortreux, Chef von Global Blue. Befeuert werde dies durch die Inhaber der Geschäfte, die sich gegenseitig nicht nur mit ihrem Angebot, sondern auch mit dem dazugehörigen Service übertrumpfen wollen. Ein Concierge in Uniform öffnet den heraneilenden Kunden eilfertig die Tür und zum speziellen VIP-Service gehört natürlich der Transport in der Luxuslimousine zurück zum Hotel. Auch die Angestellten der Luxusboutiquen sind entsprechend geschult. Sie verkaufen etwa keine Tasche aus einfachem Leder, sie verkaufen ein Erlebnis und erzählen bisweilen fantastische Geschichten, die sich dann um das sündhaft teure Stück ranken.

Die teils gewaltsamen Demonstrationen der sogenannten Gelbwesten in Paris haben das Bild der sorglosen Metropole in den vergangenen Monaten allerdings etwas eingetrübt. Bilder von Feuer legenden Randalierern, Polizisten mit Schlagstöcken und zerschlagenen Scheiben auf den Champs-Élysées machten weltweit in den Nachrichten die Runde. Als Reaktion auf die Ausschreitungen kamen im Dezember etwas weniger Besucher nach Paris. Zur Freude der Geschäftsbesitzer haben diese dann aber wesentlich mehr Geld ausgegeben. Die Bilanz stimmt also wieder.

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