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Xanten: Ein "Xantener" muss die Stadt lieben

Xanten : Ein "Xantener" muss die Stadt lieben

CDU-Bürgermeisterkandidat Thomas Görtz holt sich gern Rat beim langjährigen Stadtdirektor Heinz Trauten und Alt-Bürgermeister Alfred Melters. Alle drei haben gemeinsam, dass sie nicht in der Römerstadt aufgewachsen sind.

Wenn diese Runde anfängt zu diskutieren, dann geht es rund. Der langjährige Stadtdirektor Heinz Trauten und Alt-Bürgermeister Alfred Melters sind wichtige Gesprächspartner für Thomas Görtz. Der CDU-Bürgermeisterkandidat schätzt den offenen Austausch mit den beiden erfahrenen Weichenstellern, die Xanten ab den 70er Jahren auf den Weg zu einem der attraktivsten Reiseziele Deutschlands gebracht haben — gegen viele Widerstände vor allem in der Stadt selbst.

Gestern ging es in der morgendlichen Runde vor allem um eine Kernfrage. "Wer ist eigentlich Xantener?" fragte Görtz die beiden und schnitt damit ein mögliches emotionales Thema des Wahlkampfes an.

Geht es darum, wo man geboren und aufgewachsen ist, sind nämlich Melters und Trauten genauso wenig Xantener wie Görtz. Melters stammt aus Emmerich, studierte in Münster und kam durch seinen Beruf als Lehrer nach Xanten. Er engagierte sich zunächst in der Kirchengemeinde, trat 1969 in die CDU ein und kam 1974 erstmals in den Rat. "Und dann haben wir einen neuen Stadtdirektor nach Xanten geholt. Was das für ein Bulldozer im besten Sinne und Vulkan voller Ideen ist, konnten wir gar nicht ahnen", lacht er. Heinz Trauten stammt aus Essen, studierte in Bonn und wechselte von Kaarst aus nach Xanten.

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"Von 1970 bis 1999 war ich Stadtdirektor — bis ich vom Land ,abgeschafft' wurde", so Trauten. Schnell einigten sie sich, die sich beide als Xantener fühlen, auf eine Definition: "Ein Xantener ist, wer diese Stadt liebt." Sonst hätte man das alles gar nicht durchstehen können. Denn die große Idee, in Zeiten größer Industriegläubigkeit Xanten mit den Schwerpunkten Historie, Freizeit und Natur wirtschaftlich aufzustellen, fand nicht nur Unterstützung. Ganz im Gegenteil. "Xanten wieder den Xantenern" warb der politische Gegner, und die CDU bekam für ihren Kurs "ganz schön auf den Sack", so Melters.

Doch man habe durchgehalten und das große Ganze gesehen. Das ist auch sein Rat für den möglichen neuen Bürgermeister: "Vergesst das große Ziel nicht." Dass ein Bewerber von auswärts einige Vorteile hat, sehen beide gleich: "Man ist nicht vorbelastet und schaut sich alles ganz genau an." So erlebt Görtz auch seien Arbeit: "Man stellt viele Fragen und oft ergibt sich daraus, dass Dinge nur gewohnheitsmäßig gemacht werden."

Keinen Zweifel lässt Görtz daran, dass er sich als Xantener fühlt. "Es ist ein Glücksfall, dass ich hier arbeiten darf." Als Beispiel, wie schnell man sich die Stadt verlieben kann, nennt er auch Neubürger Tim Michalak, der mit seinem Buch "Du mein Xanten" nicht nur seine Begeisterung für die Stadt ausdrücke, sondern auch Alt-Xantener überrasche.

Große Möglichkeiten für die Weiterentwicklung Xantens in den nächsten Jahren sehen Melters und Trauten auch in der Anerkennung als Luftkurort. Gern folgt Görtz dem Rat von Melters, regelmäßig über den Markt zu gehen oder mit dem Rad zu fahren, um mit den Menschen zu sprechen. Angesichts der vielen Karnevalstermine, die Görtz derzeit besucht, muss er aber auch anerkennen, dass er in einem Punkt Melters nicht folgen wird. Der berichtet über seine langen Jahre als "Chef-Büttenredner" beim XCV. "Das könnte ich nicht", räumt Görtz beeindruckt ein.

(RP)