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Jugendherberge Xanten: Wiedereröffnung mit vielen Stornierungen

Wiedereröffnung mit vielen Stornierungen : Stotterstart nach Lockdown in der Xantener Jugendherberge

120 Personen hatten sich fürs Pfingstwochenende angekündigt. 50 Prozent der Gäste stornierten den Aufenthalt. Viele Familien verzichten auf den Kurzurlaub wegen des eingeschränkten Verpflegungsangebots.

Ursula Hiepler war schon froh, als sie vor einigen Tagen die E-Mail mit der Info erhielt, dass die Xantener Jugendherberge am 21. Mai wieder mit Einschränkungen für Übernachtungsgäste öffnen darf. Da ahnte die Leiterin der Unterkunft unweit der Südsee aber noch nicht, wie viele Stornierungen fürs lange Pfingstwochenende eintreffen werden. Viele Familien, die einen Aufenthalt mit Halbpension gebucht hatten, sagten kurzfristig ab, weil’s in den Herbergen wegen der aktuellen Corona-Lage nur ein Frühstücksbuffet und kein Abendessen geben darf. Auch die anderen Auflagen ließen das Interesse schwinden. So tauchte wider Erwarten am Freitag kein einziger Gast im 236-Betten-Haus auf. Etwa 20 hatten sich angekündigt.

Insgesamt wollten 120 Personen an diesem Wochenende ihren Kurzurlaub in der Xantener Jugendherberge verbringen. Etwa 50 Prozent der Gäste sagten bis Freitagvormittag ab. Ursula Hiepler zeigte Verständnis für die Entscheidung der Eltern: „Wir hatten mehrere Familien, die gemeinsam eine schöne Zeit bei uns verbringen wollten. Weiterhin dürfen aber nur maximal fünf Personen aus zwei Haushalten zusammensitzen. Auch die Wetteraussichten sind nicht so toll. Und es gibt eben Eltern, denen es zu teuer ist, abends auswärts in Xanten essen zu gehen.“

 Ursula Hiepler leitet die Xantener Herberge.
Ursula Hiepler leitet die Xantener Herberge. Foto: Randolf Vastmans
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Die Leiterin kann jedoch nicht nachvollziehen, „warum die Gäste im Gebäude frühstücken dürfen, das Abendessen im Innenbereich aber nicht erlaubt wird“. In den vergangenen Tagen hatten Hiepler und ihre Mitarbeiter alle eingebuchten Gäste angeschrieben und sie über die an Pfingsten geltenden Regeln im Haus hingewiesen: „Die Vorlage eines Corona-Tests, der nicht älter als 48 Stunden ist, schreckte ebenfalls ab.“ Es sei ein riesiger bürokratischer Aufwand, das Telefon stehe nicht still, und die E-Mail-Korrespondenz sei enorm, meinte Hiepler am Freitag. „Personalkosten und Ertrag passen da nicht wirklich zusammen.“ Manchmal, so sagte die Leiterin, komme sie sich vor, „als arbeite ich im Gesundheitsamt und nicht in einer Jugendherberge“.

Ursula Hiepler und ihr Team hoffen nun mit Blick auf Fronleichnam, dass sich der Inzidenzwert stabil unter 50 einpendelt, um übers Frühstück hinaus weitere Verpflegungsangebote im Innenbereich anbieten zu können. „Das Buchungsinteresse steht und fällt mit dem Verpflegungsangebot.“ Von den 33 Jugendherbergen im Rheinland öffneten am Freitag neben der Unterkunft in Xanten noch weitere fünf Häuser.

(put)