Xanten: 7,5 Kilometer Natur pur

Xanten: 7,5 Kilometer Natur pur

Symbolischen Charakter hatte am Dienstag ein Bagger, der im Schnee in Marienbaum stand: An der Trasse der alten Eisenbahnlinie Duisburg-Kleve haben die Bauarbeiten zum Alleenradweg offiziell begonnen.

Ski und Rodel gut, heißt es zurzeit. Doch die Stadt richtet den Blick nach vorne, denn die nächste Radfahrsaison kommt bestimmt. So wurde gestern im idyllisch verschneiten Marienbaum offiziell mit dem Bau des Alleenradwegs begonnen. Tatsächlich will die beauftragte Firma Tiefbau Scholten im Januar mit Vorarbeiten starten, bevor es dann im Frühjahr so richtig losgeht. Im Herbst nächsten Jahres soll die insgesamt 7,5 Kilometer lange Wegstrecke zwischen Xanten und Marienbaum vollendet sein.

Vom "umstrittenen Alleenradweg" ist oft die Rede. Doch Bürgermeister Christian Strunk betonte gestern, dass das Projekt ursprünglich von allen Ratsfraktionen einstimmig beschlossen wurde. Erst später hätten einige Ratsmitglieder eine Kehrtwende vollzogen und mit Blick auf die Kosten von einem unnötigen Projekt gesprochen; es gebe doch schon einen Radweg entlang der Bundesstraße. "Der Alleenradweg hat aber eine andere Qualität und eine andere Zielgruppe", sagte der Bürgermeister gestern.

Er sei nicht nur für diejenigen gedacht, die mit dem Rad möglichst flott von A nach B wollen, sondern für Radtouristen und Genussfahrer. Der Alleenradweg verläuft entlang der alten Eisenbahntrasse Duisburg-Kleve, weit ab von der B 57. "Dort gibt es keinen Lärm, keine Lastwagen, keine Trecker", schwärmte Strunk. "Die Radfahrer haben eine andere Sicht, sie tauchen mitten in die Natur ein."

Ortskernsanierung

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Die Ausgaben seien auch aus einer anderen Sicht gerechtfertigt: Der Radweg sei ein Element zur Verbesserung der städtebaulichen Situation. Zum Beispiel im Bereich des Xantener Bahnhofs, wo der Weg beginnt, zum Beispiel in Marienbaum, wo die Bauarbeiten nach dem Neubaugebiet "Op de Ramp" die zweite Phase der Ortskernsanierung bilden.

Eine dritte — die Sanierung des vor einigen Jahren abgebrannten alten Bahnhofs — steht aus. Die Stadt kann dort nur begrenzt aktiv werden, da das Gebäude sich in Privateigentum befindet. Auch in einer weiteren Hinsicht profitiert die Stadt: So werden an einigen Stellen (unter anderem Erprather Eck, Steingenweg, Düsterfeld) im gleichen Zug Radwege ausgebaut, die zum Alleenrad führen.

Billiger als ursprünglich erwartet

Insgesamt 1,2 Millionen Euro (inklusive Grunderwerb) kostet die Anlage des Alleenradwegs in Xanten. Davon fördert das Land 75 Prozent. Ursprünglich war man von — ebenso geförderten — 1,67 Millionen Euro ausgegangen. Nun denkt die Stadt daran, die 400 000 Euro zur Anlage eines ähnlichen Radwegs im Bereich der ehemaligen Boxteler Bahn, Richtung Sonsbeck und Uedem anzulegen. Die beiden Kommunen hätten bereits Interesse an einem solchen "Lückenschluss" bekundet. Allerdings muss vorher die Bezirksregierung dieser Nutzung der Fördermittel zustimmen.

(RP)
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